Rudin blickte zum ersten Male Leschnew gerade in die Augen.
»Sie machen mir den Vorschlag, mit Ihnen zu speisen?« fragte er.
»Ja, Rudin, nach alter Art, wie Kameraden. Wollen Sie? Ich glaubte nicht, mit Ihnen zusammenzutreffen und Gott weiß, wenn wir uns wiedersehen werden. Wir können doch so nicht voneinander scheiden!«
»Gut, ich bin es zufrieden.«
Leschnew drückte Rudin die Hand, rief den Diener, bestellte das Essen und befahl, eine Flasche Champagner auf Eis zu stellen.
Während des Essens unterhielten sich Leschnew und Rudin, gleichsam wie verabredet, ausschließlich von ihrem Studentenleben, kamen auf vieles zu reden, auf Lebende und bereits Gestorbene. Anfangs sprach Rudin gezwungen, doch, nachdem er ein paar Gläser getrunken hatte, wurde er warm. Endlich nahm der Diener die letzte Schüssel vom Tisch. Leschnew stand auf, verschloß die Tür, setzte sich dann an den Tisch, Rudin gerade gegenüber und stützte still sein Kinn auf beide Hände.
»Nun, jetzt«, begann er, »müssen Sie mir alles erzählen, was sich mit Ihnen zugetragen hat, seit ich Sie nicht gesehen habe.«
Rudin warf einen Blick auf Leschnew.
Mein Gott! dachte Leschnew nochmals, wie er aussieht, der arme Mensch!