»Er war ärmer als ich,« erwiderte Rudin und senkte still seinen ergrauten Kopf.
Leschnew lachte auf, hielt jedoch plötzlich inne und faßte Rudins Hand.
»Vergib mir, Bruder, ich bitte dich,« sagte er, »ich hatte das nun gar nicht erwartet. Nun, euer Unternehmen blieb also auf dem Papier?«
»Nicht so ganz. Ein Angriff wurde gemacht. Wir mieteten Arbeiter … und gingen ans Werk. Da stießen wir auf vielerlei Hindernisse. Erstens wollte es den Mühlenbesitzern nicht einleuchten, zweitens konnten wir mit dem Wasser ohne Maschine nicht fertig werden, für die Maschine jedoch fehlte das Geld. Sechs Monate verbrachten wir in Erdhütten. Kurbejews einzige Nahrung bestand in Brot; ich selbst wurde auch nie satt. Ich bedauere es übrigens nicht: die Gegend da herum ist wunderschön. Wir quälten und quälten uns ab, suchten die Kaufleute zu überreden und sandten Briefe und Zirkulare in die Welt. Das Ende davon war, daß mein letzter Groschen bei diesem Projekte aufging.«
»Nun!« bemerkte Leschnew, »ich denke, es war nicht schwer, deinen letzten Groschen daran aufgehen zu sehen.«
»In der Tat war das nicht schwer … doch das Unternehmen war aber, bei Gott, nicht übel und hätte großen Gewinn abwerfen können.«
»Was ist aber aus jenem Kurbejew geworden?« fragte Leschnew.
»Aus ihm? Er ist jetzt in Sibirien, Goldgräber ist er geworden. Und du wirst sehen, er wird sich Vermögen erwerben; er wird nicht umkommen.«
»Mag sein! Du aber wirst es bestimmt nicht dahin bringen.«
»Ich? Was ist dabei zu machen! Ich weiß ja übrigens, daß ich in deinen Augen von jeher für einen unnützen Menschen gegolten habe.«