»Du? Geh doch, Bruder! … Es gab eine Zeit, du hast recht, wo mir nur deine Schattenseiten in die Augen fielen; jetzt aber, glaube mir’s, habe ich dich schätzen gelernt. Vermögen wirst du dir wohl nicht zusammenschlagen … Deshalb aber liebe ich dich …«

Rudin lächelte matt.

»Wirklich?«

»Ich achte dich deshalb!« erwiderte Leschnew, »verstehst du mich wohl?«

Sie schwiegen beide.

»Nun, soll ich zu Nummer drei übergehen?« fragte Rudin.

»Tu mir den Gefallen.«

»Gut. Die Nummer drei und die letzte. Von dieser Nummer habe ich mich eben erst losgemacht. Langweilt es dich aber nicht?«

»Erzähle, erzähle.«

»Siehst du,« begann Rudin, »einmal in einer Stunde der Muße … an Muße hat es mir niemals gefehlt … überlegte ich bei mir: Kenntnisse besitze ich nicht wenig, ich wünsche das Gute du wirst doch nicht absprechen wollen, daß ich das Gute wünsche?«