»Wie ist dein Befinden, Matrona?« fragte sie, sich über die Ofenbank beugend.
»Ach! Ach!« stöhnte die Alte, nachdem sie Alexandra Pawlowna gewahr worden war. »Schlecht, schlecht, Mütterchen! Das Todesstündchen ist gekommen, mein Täubchen.«
»Mit Gottes Hilfe wird es schon besser werden, Matrona. Hast du die Arznei eingenommen, die ich dir geschickt habe?«
Die Alte stöhnte schwer und gab keine Antwort. Sie hatte die Frage nicht recht gehört.
»Sie hat sie eingenommen,« erklärte der Alte, der an der Türe stehengeblieben war.
Alexandra Pawlowna wandte sich zu ihm.
»Außer dir ist niemand bei ihr?« fragte sie.
»Die Kleine ist da – ihre Enkelin, läuft aber immer davon. Kann nicht sitzen bleiben: ein wildes Ding. Einen Trunk Wasser der Großmutter reichen – selbst das fällt ihr schwer. Bin selbst zu alt: was kann ich helfen?«
»Sollte man sie nicht zu mir ins Krankenhaus tragen?«
»Nein! Wozu ins Krankenhaus! Ganz gleich, wo man stirbt. Sie hat ihre Zeit abgelebt; es muß wohl Gottes Wille so sein. Sie kann von der Ofenbank nicht herunter. Wie soll die ins Krankenhaus! Hebt man sie nur auf, so ist sie tot.«