»Da bin ich denn der persönlichen Zusammenkunft wegen hergekommen,« sagte er.
Darja Michailowna lächelte.
»Ich sehe, daß Sie gekommen sind. Sie sagen das in solch besonderem Tone … Gewiß hatten Sie sehr wenig Lust, zu mir zu kommen.«
»Ich besuche niemand,« erwiderte Leschnew phlegmatisch.
»Niemand? Sie besuchen aber doch Alexandra Pawlowna?«
»Ich bin ein alter Bekannter ihres Bruders.«
»Ihres Bruders! Übrigens, ich lege niemandem Zwang auf … Indessen, Sie werden vergeben, Michael Michailitsch, ich bin älter als Sie an Jahren und darf Sie ein wenig schelten: wie können Sie an einem so zurückgezogenen Leben Vergnügen finden? Oder ist es mein Haus vielleicht, das Ihnen nicht gefällt? oder vielleicht gefalle ich Ihnen nicht?«
»Ich kenne Sie nicht, Darja Michailowna, und deshalb können Sie mir auch nicht mißfallen. Ihr Haus ist sehr schön; ich muß Ihnen aber offen gestehen, ich tue mir nicht gern Zwang an. Ich habe nicht einmal einen gehörigen Frack, keine Handschuhe; zudem passe ich auch nicht in Ihren Kreis.«
»Der Geburt, der Erziehung nach gehören Sie demselben an, Michael Michailitsch! vous êtes des nôtres.«
»Wir wollen Geburt und Erziehung beiseite lassen, Darja Michailowna! Nicht darauf kommt es an …«