»Der Mensch soll unter Menschen leben, Michael Michailitsch! Was hat man davon, wie Diogenes in der Tonne zu sitzen?«

»Erstens fühlte sich Diogenes sehr wohl dabei; zweitens, weshalb glauben Sie, daß ich nicht unter Menschen lebe?«

Darja Michailowna biß sich in die Lippen.

»Das ist eine andere Sache! Mir bleibt also nur zu bedauern, daß ich mich zu denen nicht zählen darf, die Sie Ihrer Bekanntschaft würdigen.«

»Monsieur Leschnew«, mischte sich Rudin ein, »treibt zu weit, wie mich dünkt, ein sonst sehr lobenswertes Gefühl – die Liebe zur Freiheit.«

Leschnew erwiderte nichts und blickte Rudin nur an. Ein kurzes Schweigen trat ein.

»Und somit«, sagte Leschnew, sich erhebend, »darf ich unsere Angelegenheit als erledigt betrachten und Ihren Verwalter bedeuten, daß er mir die Papiere zur Unterschrift zustelle?«

»Sie können es … obgleich Sie, ich gestehe es, so wenig liebenswürdig sind … daß ich es Ihnen abschlagen sollte.«

»Aber diese Vermessung bringt Ihnen ja mehr Vorteil als mir.«

Darja Michailowna zuckte die Achseln.