»Rudin, Dmitri Nikolaitsch,« wiederholte der Diener.

Wolinzow erhob sich.

»Bitte ihn herein,« sagte er. »Du aber, Schwester,« setzte er hinzu, sich zu Alexandra Pawlowna wendend: »laß uns allein.«

»Weshalb aber?« wandte sie ein.

»Ich weiß warum,« unterbrach er sie mit Heftigkeit, »ich bitte dich.«

Rudin trat herein. Wolinzow begrüßte ihn kalt, in der Mitte des Zimmers stehend, und reichte ihm nicht die Hand.

»Sie hatten mich nicht erwartet,« fing Rudin an, »gestehen Sie es,« und stellte seinen Hut auf das Fensterbrett.

Ein leichtes Zucken umspielte seine Lippen. Ihm war nicht behaglich zumute; doch suchte er seine Verwirrung zu verbergen.

»Ich erwartete Sie nicht, gewiß,« erwiderte Wolinzow, »nach dem gestrigen Tage hätte ich eher jemand – mit einem Auftrage von Ihnen erwarten können.«

»Ich verstehe, was Sie sagen wollen,« äußerte Rudin, sich setzend, »und Ihre Offenherzigkeit freut mich sehr. So ist es viel besser. Ich bin selbst zu Ihnen gekommen, wie zu einem Manne von Ehre.«