VIII

Als Wolinzow nach Hause gekommen war, war er niedergeschlagen und finster, gab so ungern der Schwester Antwort und verschloß sich so bald in seinem Kabinett, daß sie sich entschloß, einen reitenden Boten zu Leschnew zu schicken. In allen zweifelhaften Fällen nahm sie zu ihm ihre Zuflucht. Leschnew ließ ihr sagen, er werde am folgenden Tage kommen.

Wolinzow war auch am folgenden Morgen nicht heiterer gestimmt. Nach dem Tee dachte er seine Arbeiten zu besichtigen, blieb jedoch, streckte sich auf einen Diwan hin, und nahm ein Buch in die Hand, was bei ihm nicht oft der Fall war. Wolinzow empfand keine Neigung für Literatur, und vor Gedichten eine wahre Scheu. »Unverständlich wie ein Gedicht,« pflegte er zu sagen, und zur Bekräftigung seiner Worte folgende Strophe des Dichters Aibulat anzuführen:

Und bis zum Ende meiner trüben Tage

Wird die Erfahrung nicht und nicht Verstand

Des Lebens blutige Vergißmeinnichte

Entwenden mir mit rauher Hand!

Alexandra Pawlowna blickte ihren Bruder besorgt an, belästigte ihn jedoch nicht mit Fragen. Ein Wagen fuhr vor. Nun, dachte sie, Gott sei Dank, Leschnew … Der Diener trat ein und meldete Rudin.

Wolinzow warf das Buch auf den Boden und hob den Kopf in die Höhe.

»Wer ist gekommen?« fragte er.