Ich will selbst zum Forstmeister gehen, sprach der Vater, um mich theils zu erkundigen, ob Karl dort war und wohin er sich etwa entfernte, theils um den Forstmeister wegen des Schadens zufrieden zu stellen.

Mit Verwunderung vernahm nun der Kaufmann Daruff vom Forstmeister, daß sich Karl wohl vor dem Hause habe sehen lassen, daß er dasselbe jedoch nicht betreten habe. Was übrigens den Schaden anbelangt, setzte der Forstmeister wohlwollend bei, so ist er ganz unbeträchtlich; auf der Jagd ist der Hund wegen des hohen Alters nicht mehr zu brauchen, und daß ihm durch den Verlust des Schweifes eine besondere Zierde abgegangen sei, wüßte ich gerade auch nicht, übrigens ist Achill der Liebling meines Sohnes Eduard und den zufrieden zu stellen, fuhr er lächelnd fort, wird auch nicht so schwer seyn.

Der Kaufmann war über diese Rede des wackeren Forstmeisters sehr erfreut und bat, den unbesonnenen Streich seinem Sohne zu verzeihen mit dem Beisatze, daß er seinem Sohne für künftige Fälle eine angemessene Strafe werde zu Theil kommen lassen, daß es ihm übrigens eine süße Pflicht sei, den Sohn Eduard ob der Verstümmlung seines Lieblings zu beruhigen.

Nach diesem entfernte sich der Kaufmann, hoffend, seinen Sohn nun zu Hause zu treffen.

Allein Karl war noch nicht in das elterliche Haus zurück gekehrt und alle Erkundigungen im Städtchen nach ihm waren vergebens.

Jetzt wurden der Kaufmann und seine Tochter besorgt.

Da erschien ein Schreiben von der Polizei zu Bremen, welches dem Kaufmanne Daruff zu eröffnen war. Daruff war wie vom Schlage getroffen, als ihm der Inhalt des Schreibens bekannt gemacht war. Dasselbe enthielt nämlich den Hergang mit Karls Einsperrung in Bremen in Folge des bei ihm vorgefundenen Ringes und die Aufforderung an Daruff, nach Bremen zu kommen und seinen Sohn anzuerkennen.

Unverzüglich setzte sich Daruff in einen Wagen und fuhr nach Bremen. Aber wie erschrack er erst dort, als man ihm sagte, sein Sohn sei aus dem Gefängnisse entwischt, ohne daß sein Aufenthalt bis jetzt ausgemittelt sei.

Sehr traurig und niedergeschlagen kehrte er zurück, höchst besorgt um das Schicksal seines Sohnes.

Er schrieb allen Verwandten und Bekannten und erkundigte sich nach Karl, in der Meinung derselbe habe aus Furcht vor Strafe bei einem oder dem andern Zuflucht gesucht. Es langten nun viele Briefe an, aber alle konnten keinen Aufschluß über Karl geben.