Was bedeutet denn das Treiben auf dem Schiffe? fragte Karl den Matrosen, der ihm so zugethan war und eben an ihm vorüber eilte.

Siehst du den Punkt dort in der Ferne? erwiderte der Matrose und deutete mit dem Finger hinaus auf die weite See, der Kapitain erkennt darin das Fahrzeug eines Seeräubers; wir müssen deshalb so die Fahrt beschleunigen, um den Räubern aus dem Gesichtskreise zu kommen.

Sind uns denn, fragte Karl weiter, die Seeräuber so gefährlich?

So gefährlich, entgegnete der Matrose, als dem Fußwanderer der Strassen-Räuber ist. Nicht nur, daß man alle Habe verliert, so muß man noch froh seyn, wenn man mit der Freiheit oder mit dem Leben davon kommt, so bald man einmal diesen See-Genien in die Krallen gefallen ist.

Der Matrose eilte vorüber.

Karl blieb am Verdecke und bemerkte mit Furcht, daß der Punkt auf der See, welchen ihm der Matrose gezeigt hatte, immer größer wurde.

Endlich erkannte er deutlich ein Fahrzeug, welches sich in der Bauart wesentlich von dem Schiffe, auf welchem er sich befand, unterschied. Und zu seinem nicht geringen Schrecken bemerkte er jetzt auch, daß jenes Fahrzeug mit vielen Bewaffneten angefüllt war.

Während sein Augenmerk so ganz auf das fremde Fahrzeug gerichtet war, daß er den Tumult auf seinem Schiffe und die Anstalten, welche zur Vertheidigung getroffen wurden, kaum bemerkte, da erscholl ein mächtiger Kanonendonner vom jenseitigen Fahrzeuge, und daß die Kugeln ihr Ziel nicht verfehlt haben mochten, entnahm Karl aus den Kommando-Worten des Kapitains und aus dem Umstande, daß der Schiffs-Zimmermann die Hände voll zu thun hatte.

Der Kapitain erwiderte das Kanonen-Feuer, so daß eine ganze Kanonade entstand.

Karl wurde von dem ihm so wohlwollenden Matrosen, der ihn plötzlich beim Arme gepackt hatte, in den untern Schiffsraum geführt, wo sich viele der übrigen Reisenden, die an dem Werke der Vertheidigung keinen Antheil nehmen konnten oder mochten, schon befanden.