Sprichst du von einer Wahnsinnigen? fragte Karl.
Ja wohl! Ihr meint doch die Person, welche so erbaulich singt? Nun ja, diese ist die tolle Margareth, sagte der Wärter.
Bei dem Namen Margareth kam Karl sogleich jene Margaretha in das Gedächtniß, welche ihn vor vielen Jahren aus der polizeilichen Haft entließ.
Er erschrack bei dem Gedanken, daß Margaretha durch seine Schuld vielleicht dem Wahnsinne anheim gefallen sei und begierig fragte er weiter: ist denn diese Person schon alt und kennt man keinen Grund, was sie vielleicht zum Wahnsinne brachte?
Das weiß man wohl, entgegnete der Wärter, das alte Ding wurde aus dem Dienste gestoßen und hat ihren Anspruch auf Pension verloren; das hat nun der armen Margareth so zugesetzt, daß sie von jener Stunde an wahnsinnig ist.
Ach Gott! sagte Karl, sie ist es!
Kennt Ihr sie auch? fragte der Wärter.
Karl wollte sich nicht verrathen und sprach: ich habe wohl von dieser Person schon gehört, aber persönlich kenne ich sie nicht. Doch wäre mir daran gelegen, sie einmal zu sehen.
Das steht Euch frei, sagte der Wärter, sobald Ihr genesen seid und Eure Zeit ausgehalten habt.
Diese Person, fuhr Karl fort, wurde also aus dem Dienste gejagt und hat ihre Pension verloren? Was hat sie sich denn zu Schulden kommen lassen und bei wem stand sie in Diensten?