Ach, sagte der alte Daruff, habe ich doch während meiner langjährigen Geschäftsführung so viele Briefe erhalten, aber ein Schreiben von meinem Karl – nein, das kam mir nicht zu! Wozu mir noch Briefe?

Ach, bester Vater, sagte Aurelie, du sprichst selbst von Karl und sieh, wie glücklich wir sind! Ist auch dieser Brief nicht von Karls Hand, so ist doch Karl der Urheber dieses Briefs!

Mein Karl! rief freudig der Alte, so lebt noch mein Sohn Karl?

Ja, bester Vater, antwortete Aurelie, Karl lebt und ist wohlauf.

Und er hat selbst geschrieben? fragte der Alte mit zitternder Stimme.

Nicht doch, bester Vater, versetzte Aurelie, er hat den Brief schreiben lassen.

O guter Gott! sprach der Alte, so sage mir doch, wo ist Karl und weshalb hat er nicht selbst geschrieben?

Unser Karl, sagte Aurelie, ist nach diesem Briefe auf der Heimkehr in das elterliche Haus begriffen, und bald, bald wird Karl unter uns seyn, welche Freude!

Gute Tochter, sagte jetzt der Alte mit wankender Stimme und suchte sich aus dem Sessel zu erheben, ich bin vorbereitet, ja, ja! du hast mich genugsam vorbereitet; mein Karl, mein Karl ist nicht so weit mehr von mir, als du sagst, er ist hier! Lasse mich meinen Sohn sehen! Mein Sohn Karl! mein Sohn Karl!

Nein, bester Vater, sprach Aurelie, Karl ist noch nicht hier, ich will den Brief vorlesen.