Das Handlungshaus blieb in seinem alten guten Rufe und nichts fehlte den Glücklichen als bestimmte Nachricht über das Geschick des nun so schon lange vermißten Sohnes.

Die Schreiben, welche Osmin an Karls Vater abgehen ließ, waren nicht angekommen.

Der alte Daruff erinnerte sich oft seines Sohnes Karl und er machte sich zuweilen sogar Vorwürfe, daß er zu streng gegen seinen Sohn möchte gewesen seyn.

Tochter und Schwiegersohn suchten ihn dann zu beruhigen und trösteten ihn mit der Aussicht da noch keine Kunde über Karls Ableben eingetroffen sei, so könne ja derselbe noch leben und wohl glücklich wieder heimkommen.

Allein Daruff hatte schon alle Hoffnung aufgegeben, in diesem Leben seinen Sohn wieder zu sehen und dieser Gedanke war oft seine einzige Betrübniß.

Da langte unerwartet der Brief von Karl an, welcher meldete, der lang vermißte Sohn sei auf der Rückkehr in das elterliche Haus begriffen.

Die jungen Leute wußten nun nicht gleich, wie sie diese frohe Botschaft dem alten Vater hinterbringen sollten.

Ueberlasse es mir, sagte Aurelia's Gatte, dem Alten die frohe Nachricht beizubringen.

O nimm mir diese Freude nicht! sprach Aurelie, gib mir den Brief, daß ich meinem alten Vater mit einer so glücklichen Bothschaft eine frohe Stunde bereite. Und der Gatte gab dem liebevollen Weibe nach.

Als nun der alte Daruff in seinem Lehnsessel vor dem Ofen saß, denn die liebliche Wärme that dem Alten wohl, trat Aurelie vor ihn hin und während sie den Brief hoch empor hielt sprach sie mit freudenglänzenden Augen: Einen Brief, mein bester Vater, einen Brief! und von wem meinst du wohl?