Karl erzählte nun so kurz als möglich seine Erlebnisse von der Stunde an, in welcher er sich einschiffte bis jetzt und mit Rührung hörte ihm Margaretha zu.

Damit schloß Karl: Durch die Güte Hassan's meines großen Wohlthäters sehe ich mich nun in den Stand gesetzt, euch, gute Margaretha, einen kleinen Theil meiner Schuld abzutragen. Ich will euch zu mir nehmen und euch in euren alten Tagen so verpflegen, wie es nur eine gute Mutter von einem dankbaren Sohne verlangen kann.

Ich schätze mich glücklich, auf diese Weise euch, gute Margaretha, zu zeigen, daß Karl nicht so schlimm ist und eure frühere Aufopferung für ihn ganz zu würdigen weiß.

Margaretha nickte nur mit dem Kopfe, denn reden konnte sie nicht und sie verbarg ihr verweintes Antlitz hinter der Schürze.

Nach diesem verwendete sich Karl für Margaretha, diese wurde aus dem Spital entlassen und in einem hübschen Wagen fuhren nun Karl und Margaretha aus Bremen der Heimath Karls zu.

Fünfzehntes Kapitel.
Der Brief.

Während Karl fern von der Heimath als Sklave die niedrigsten Geschicke zu ertragen hatte, änderte sich in dem Hause des alten Daruff vieles.

Aurelie, die gute Tochter war zur sittsamen Jungfrau herangereift und Daruffs Sorge ging nun dahin, einen annehmbaren Eidam in das Haus zu bekommen, der das Glück seiner geliebten Tochter begründe und das Geschäft tüchtig fortführe, denn der Alte merkte, daß seine Kräfte abnehmen und ihm die Uebersicht und Gewandheit immer mehr entgehe, welche die Führung der Geschäfte erforderte.

Und der alte Daruff war so glücklich, sich bald als zufriedener Schwiegervater, und auch bald darauf als der glücklichste Großvater zu sehen.

Aurelie reichte einem jungen Manne, der ihrer Wahl ganz würdig war die Hand, und nun verlebte Daruff in Mitte seines Schwiegersohnes und seiner Tochter die heitersten Tage.