»O, sage es nur, ich weiß es schon — aber weißt, wer mich dazu gemacht hat?«

Binia senkte den zierlichen Kopf. Nach einer langen Pause hauchte sie kaum hörbar und in zitternder Scham: »Mein Vater.«

»Ja, dein Vater!« bestätigte Josi vorwurfsvoll.

Ihr stürzten die Thränen aus den Augen, mit einer raschen Wendung kniete sie vor ihm.

»O Josi! — Josi! — Ich weiß, daß ich an allem schuld bin. Aber — o Josi — wenn du keinen Fetzen auf dem Leib hättest und noch zehnmal mehr Läuse auf dem Kopf, ich liebte dich doch!«

Ihre molligen kleinen Hände umspannten seine ausgemergelten Finger, sie sah ihn so rührend demütig an und ihre Stimme bebte wie ein Glöckchen: »Ich habe ohne Absicht über dich gelogen — ich war so krank — aber ich will gewiß alles an dir gut machen, Josi!«

Ihre Lippen berührten seine Hände, ihre Thränen liefen durch seine Finger, er wollte reden, aber er schluchzte nur: »Bini — Bini, wie lieb bist du mit mir.« Der wunderbare erste Gruß aus einer Welt, die er verloren hatte, ging über seine Kräfte.

Da verzerrte sich Binias Gesicht: »Va —«

Ein Peitschenhieb sauste durch die Luft — das Blut strömte über die Wangen Josis.

Vor den beiden stand furchtbar der Presi. Sie hatten das Kommen seines Wagens überhört, er hatte das Vorspanntier ohne Hüterin getroffen und Binia gesucht.