»Ich will noch einmal so viel zulegen, Blatter. Gebt mir nur das Versprechen in die Hand — daß Ihr — wenn Ihr je aus Indien zurückkehrt — mit Binia nichts zu schaffen haben wollt. — — Es kann nicht sein — es darf nicht sein. — Ich sage es Euch in heiligem Ernst: Ich leide es nicht — ich leide es nicht.«

Düster und trotzig waren seine letzten Worte.

Nun aber brach Josi los: »Herr Presi, glaubt Ihr, daß ich meinen Vater schände? Um wie viel weniger Geld habt Ihr ihn in jener Nacht gekreuzigt, daß er an die Weißen Bretter steige. Ihr meint, ich nehme je einen Rappen[27] an aus Eurer Hand?«

[27] Rappen, schweizerdeutsch, so viel wie ein Centime.

Etwas Ergreifendes, Rührendes lag im Zorn des Burschen, eine durch Bescheidenheit gezügelte heiße Entrüstung.

Seppi Blatter und Fränzi in einem, ein verdammt schöner Bursche, dachte der Presi.

»Und Binia?« fragte er mit einem leisen Seufzer, schon halb verstimmt.

In den Augen Josis loderte es, er keuchte: »Herr Presi, ich bin kein Hudel. Behaltet das Geld, ich behalte mir das Recht, das Mädchen um seine Hand zu fragen, das mir am besten gefällt. Und im Glotterthal ist's ja noch so: Keine Jungfrau steht so hoch, ein ehrbarer Bursch darf um ihre Hand anhalten.«

Seine Stimme bebte, der Presi lachte scharf: »Gewiß darf er darum anhalten — es kommt aber nicht aufs Fragen, sondern auf den Bescheid an, den er erhält. — — Wollt Ihr das Geld, Blatter?«

Das letzte sprach er mit hartem, höhnischem Klang.