»Nein, Herr Presi!«

Das tönte nicht herausfordernd, aber als wären die Worte von Granit.

»Du Steckgrind — ein Rebell bist und bleibst du!« — Der Presi schrie es. — »Mit dir habe ich es gut gemeint. Ich habe wollen Frieden zwischen mir und dir machen — du bist aber ein Thor — ein wahnsinniger, verstockter Thor — — he, du und Binia? — Wo nimmt auch so ein Fötzel das Recht her, an so etwas zu denken?«

»Herr Presi, in drei Jahren wollen wir wieder zusammen reden, helf' mir der Himmel, daß Ihr mich dann nicht mehr so verachten könnt.«

Josi sagte es bescheiden — doch das Wort war Oel ins Feuer.

»Gottes Heilige hören es — die Tatze soll mir eher aus dem Grabe wachsen, eher soll ein Traum, den ich einmal gehabt habe, in Erfüllung gehen und Binia von einem Gespenst erschlagen werden — als daß ihr zwei zusammenkommt.«

»Ihr redet entsetzlich!« Helle Thränen liefen Josi über die braunen Wangen. »Lebt wohl, Herr Presi!«

»Dich mögen in Indien die Königstiger fressen!«

Er donnerte es dem Forttaumelnden nach — —

»Ihr redet entsetzlich!« Dem Presi klang der Ausruf Josis im Ohre fort, es lag darin etwas so Wundes, wie wenn ein Tier aus tiefsten Nöten schreit. Aus sich selber wiederholte er: »Ich redete entsetzlich!« Ihm war, er müsse Josi zurückrufen, er müsse ihm noch etwas sagen. Ein seltsamer Einfall kam ihm. Er wollte zu George Lemmy sprechen: »Laßt mir Josi Blatter da — er paßt mir als Bergführer.« Eine sonderbare Empfindung durchrieselte ihn. Er könnte, war ihm, den schönen, gescheiten, rechtschaffenen, heimlich stolzen Burschen unendlich lieb haben — lieb wie einen Sohn, — er staunte, wie ihm der Gedanke angeflogen kam — er sperrte sich wütend dagegen — er zitterte — er schwitzte und schnaufte.