Sie mögen Thöni Grieg selbst suchen, das Entsetzen wird um so größer sein, wenn sie ihn finden.

Der Garde weilt beim Presi: »Binia retten, was auch geschehen sei, auf eine blutige That darf keine blutige That folgen. Und die Gier des Verrückten trachtet nach dem Kind. Gebt sie in meine Obhut — Presi — ich bürge für sie. — Aber rasch — rasch —«

Der Presi spürt die bittere Not der Stunde: »Wohin wollt Ihr mit ihr, Garde?«

»Ich geleite sie auf den Berg, daß sie zu Josi gehe. Dort ist sie sicher; wenn er will, kommt keine Maus in seinen Gang, und bis am Morgen ist auch schon Mannschaft zum Schutz beider an den Weißen Brettern. — Presi, telegraphiert in die äußeren Gemeinden um Hilfe.«

Der Presi will es thun — er kommt kreideweiß aus der Postablage zurück — der Draht ist abgeschnitten.

»Dann holt Eusebi die Mannschaften — ein paar Stunden später sind sie doch da — nur ein Verbrechen darf nicht geschehen — eher mögen unsere Häuser zerstört werden.«

In dem sonst so schwerfälligen Garden lebt und bebt alles, die klugen und guten Augen unter den buschigen Brauen sprühen Feuer, er ist wieder jung.

»Ja, zu Josi!« klingt das Stimmchen der erschrockenen Binia fein und traumhaft und ihre Finger spielen, ohne daß sie es weiß, mit dem Tautropfen, den sie aus der Kapsel des Halskettchens geholt hat. »Komm mit mir, Vater, es ist mir so angst um dich, wir wollen uns nicht trennen.«

Sie kniet vor ihm, er aber antwortet fast streng: »Heute gehört der Presi in die Gemeinde, das weißt du, Kind!« Dann in überströmendem Gefühl: »Geh, Binia! — Auf Wiedersehen, Herzensvogel — grüße mir Josi.« Er reißt sie an seine Brust: »Liebe Bini — sollte es anders kommen — sollte ich morgen nicht mehr leben — doch wenn nur du lebst — ich habe einmal einen sonderbaren Traum gehabt — aber ich glaube nicht mehr daran — geh zu Josi — geh in Gottes Namen.«

Mit sanfter Gewalt löst der Garde die schluchzende Binia aus den Armen des Vaters: »Ich will dich führen, Binia! — Komm — komm.«