Er dringt mit einigen Burschen in den Keller, sie wälzen die Fässer auf die Straße, und da man sich wegen der steigenden Hitze zurückziehen muß, zum Kirchhof hinauf.
Die Flaschen, Krüge, Becher und Gläser kreisen.
»Wenn doch St. Peter untergehen muß,« gröhlen die Männer, »so wollen wir noch trinken. Zum Wohl — zum Wohl!«
Ein gräßliches Bild! Der Brand nimmt schon ab, die Gefahr für das Dorf ist vorbei, der Bären ist ein riesiger glühender Ofen, auf dem Kirchhof aber beraten die Trunkenen zwischen betenden Frauen und schreienden Kindern, was sie jetzt anfangen wollen.
Einen Augenblick ist es, als siege die Vernunft, der Garde und noch einige haben sich auf den Kaplan geworfen, haben ihn gefesselt und wollten den Tobenden abführen.
Da fliegt eine Nachricht herbei, die den letzten Funken der Besinnung löscht: »Wir sind verraten. — Die wehrfähige Mannschaft der vorderen Dörfer ist im Anzug — sie sind schon an der Brücke — sie helfen dem Rebellen — sie sind gegen die von St. Peter.«
Die Bestürzten bitten, drohen, sie kämpfen, sie machen den gebundenen Kaplan Johannes mit Gewalt frei: »Er allein kann uns jetzt helfen!« rufen sie. Er aber schreit, das Grabkreuz Seppi Blatters wieder ergreifend: »Vertraut mir, ihr Frommen. — Zu Allerheiligen erlöse ich euch alle — denn ich bin nicht Kaplan Johannes, wie ihr meint — sondern ich bin St. Peter, euer Schutzpatron, ich richte unter euch meine Kirche ein — und wer in den Himmel kommen will, folgt mir!«
Der helle Wahnsinn steht in den Augen des Schrecklichen, der sein Grabkreuz schwingt — die Hälfte der Dörfler weicht über die Gotteslästerung entsetzt von ihm zurück: »Wir haben uns einem Narren ergeben!« stammeln sie.
Zwanzig, dreißig Frauen aber, die noch in Furcht und Entsetzen an ihn glauben, scharen sich um ihn, eine Zahl Männer ahmen das Beispiel nach, doch viele unter ihnen verhalten sich schweigsam und drohend: »Wir gehen mit,« knurren sie finster, »denn nach allem, was sich ereignet hat, können wir nicht mehr zurück, aber wenn er uns ins Unglück führt, ist er der erste, der fallen muß.« — —
Siegesgewiß lächelt der wahnsinnige Kaplan: »Kommt, kommt, ihr Getreuen — an den Weißen Brettern wird sich das Glück der Gemeinde erfüllen.«