»Auch Ihr, Peter Thugi?« — Der Garde, der den Mut verloren hat, sagt es traurig und vorwurfsvoll. —

»Garde,« erwidert der junge Mann, »wenn Josi oder Binia ein Härchen gekrümmt wird, so kehre ich nicht zurück zu meinen Kleinen — mich schämt das Leben an, wenn er untergehen soll, der mich gerettet hat!«

Der Zug der Verzweiflung zieht, während es leise zu schneien beginnt, in die Nacht.

Umsonst hat der Garde noch einmal geredet — jetzt sitzt er still in seiner Wohnung und weint über seine verirrte Gemeinde.

Vroni steht tröstend bei ihm, aber ihr ist todesangst um Binia. Die alte Sage!

Eusebi kommt so lange mit der Hilfe nicht.

Da horch! Gleichmäßige, taktfeste Schritte von Männern schallen von der Straße, die sich mit dem Flaum des fallenden Schnees bedeckt. In guter Ordnung rückt die waffenfähige Mannschaft der äußeren Dörfer in St. Peter ein, die Befehle tönen ruhig durch die Nacht, im Haus des Garden atmet man auf aus grimmiger Not.

»Wo ist mein Mann, Eusebi Zuensteinen?« fragt Vroni die Ankommenden.

»Mit dem ersten Zug der Unsrigen ist er vor dem Dorf an die Weißen Bretter empor geschwenkt. — Josi Blatter darf nichts geschehen,« antworten die Männer.

Draußen im Lande weiß man es: Das Werk Josi Blatters ist gut. Mit denen von St. Peter aber, die man schon lange als harte, abergläubische Köpfe kennt, muß man scharf rechnen, sie haben mit dem, was heute geschehen ist, die Ehre des ganzen Berglandes beleidigt.