»Wir wollen wieder einmal anstoßen wie früher, nehmt die Welt, wie sie ist,« lachte der Presi. »Zum Wohl, Garde!«
»Presi,« und der Garde blinzelte belustigt, »Ihr versteht es, gutes Wetter zu machen.«
Nun waren die beiden Männer im Zug. Als das Gespräch eine Weile gegangen, murrte der Garde:
»Ich geb's ja gern zu, daß unter den Fremden viele ehrbare und rechtschaffene Leute sind, es wäre traurig, wenn's anders wäre, aber es bleibt halt dabei, die Fremden verstehen uns nicht, wir sie nicht. Seit sie kommen, ist eine verborgene Unruhe im Dorf, niemand weiß, wo hinaus es will.«
»Ta-ta-ta. Wo hinaus?« eiferte der Bärenwirt. »Daß sich die Leute an sie gewöhnen — in Grenseln und Serbig haben sie auch zuerst die Hände hinter den Gästen geballt, jetzt aber stehen sie an allen Straßen, verkaufen ihnen Edelweiß, tuten auf dem Alphorn und juheien sie an.«
»Eben, eben,« zürnte der Garde, »sie sind hudlig geworden. Presi — ich habe ruhiges Blut, aber das erste Mädchen in St. Peter, das sich an den Weg stellt und die Fremden ansingt, nehme ich bei den Zöpfen, führe es zu seiner Mutter, und der sage ich alle Schande. So lang ich lebe, darf unsere Gemeinde nicht hudlig werden.«
Er schlug mit seiner Faust auf den Tisch.
»Aber, Garde, ich will ja das auch nicht,« besänftigte der Bärenwirt.
»Es kommt halt von selbst, ob Ihr wollt oder nicht — aber das glaube ich auch,« der alte eiserne Sprecher lachte grimmig, »ehe das Dorf hudlig wird« — eine Flamme schoß aus seinen Augen — »ehe das Dorf hudlig wird, geschehen böse Dinge — giebt es Aufruhr und Unglück.«
»Seid doch kein Rabenvogel! Die Leute finden ja mit der Zeit durch die Fremden einen schönen Verdienst.«