Der Garde schüttelte den Kopf, langsam und feierlich sagte er: »Ihr kennt unser Völklein. Das paktiert nicht, das schweigt, das seufzt und schimpft im stillen, das ballt die Fäuste im Sack, das besinnt sich siebenmalsiebenmal, das betet, duldet und trägt, — aber wenn's ihm zuletzt aus der Seele in die Knochen fährt, — dann würde ich mich lieber vor hundert wütende Bullen stellen als vor die Gemeinde.«

Dem Presi war nicht wohl bei dieser Rede, der Garde aber fuhr in seiner feierlichen Art fort:

»Denkt Euch, es gehe einmal einer von den unseren, bestochen durchs Geld, mit einem Fremden auf die Krone. Was geschieht? In einer Nacht brennt ihm die Hütte nieder. Entweder es kommt nicht aus, wer der Brandstifter ist, dann trägt die Gemeinde die Schande. Oder er kommt aus und die Landjäger holen ihn. Dann, Presi, würde ich um den Bären Sorge tragen.«

»Garde, malt den Teufel nicht an die Wand, ich ertrage es nicht.« Der Presi war hastig geworden und verwarf aufstehend die Arme. »Keiner würde dem Bären etwas zu leide thun — keiner — als etwa der Lausbub der Fränzi.«

»Die gottlose Rede nehmt zurück. — Josi ist ja so ein ehrbarer Bursche. Das habe ich aber schon lange gemerkt, daß Ihr Gift auf ihn habt. Jetzt frage ich als Vogt des Buben: Was habt Ihr wider ihn?«

Der Garde stellte sich vor den Presi, aber auch diesem leuchtete es bös auf im Gesicht: »Der? — Wißt Ihr, was der über mich gesagt hat? — Die Hand müsse mir aus dem Grab wachsen! So wagt er sich an Leute von Amt und Ehre.«

»Wann? wo? zu wem hat er's gesagt?«

»Zu Binia hat er's gesagt.«

Der Garde wiegte den schweren Kopf. »Bini lügt nicht. Ich will dem Donnerhagel das Hirn säubern.«

Mit zündelrotem Kopf lief er davon. Binia, die durchs Haus strich, hatte auf das laute Wesen der Männer in der Küche das Schiebefenster gegen die Stube geöffnet, um neugierig zu hören, was denn los sei.