Es kamen wieder neue Gestalten, neue Bilder; allein ich sah sie nur noch halb. Das wohlige Gefühl, mit dem ich eingewandert war, hatte mich verlassen; die Traurigkeit dieses Schattenreiches hatte es mir angetan; ich dürstete nach Sonnenlicht, Himmelblau, Wiesengrün.
Und wieder standen wir über dem Höhlenfluß. Rauschend und flimmernd zog er einher; aber vom Grotteneingang wehte schon ein warmer, milder Hauch von Tagesluft. Noch ein paar Schritte, und der Bann der Unterwelt war gebrochen; herzinnig grüßte ich das goldige, sonnige Licht, und dankbar schaute ich auf zum blauen Dom des Himmels.
Ich habe die Grotte von Adelsberg beschreiben wollen?
Nicht doch! Wenn tausend Schriftsteller es tun wollten, sie bleibt doch ewig unbeschreiblich; denn sie ist wie die Gletscher des Hochgebirgs, wie das in Sturmlauten tönende Meer eine Naturoffenbarung, deren Schönheit der Mensch nie ganz ausbegreift.
Von J. C. Heer ist bei Huber & Co.
in Frauenfeld und Leipzig erschienen:
Streifzüge im Engadin
Gebunden 3 Fr.