Japan wünscht die Beseitigung der Consulargerichtsbarkeit über die Fremden. Was es dafür bietet, Aufhebung des Passzwangs, allenfalls das Recht, Grundbesitz im Innern zu erwerben, gemischte Gerichtshöfe, wird von den Kaufleuten in den Vertragshäfen nicht für eine genügende Gegenleistung angesehen, obwohl namhafte europäische Schriftsteller für die Forderungen der Japaner eingetreten sind. Das deutsche Reich scheint berufen, eine wichtige, ja entscheidende Rolle in dieser Frage zu spielen. Ich hoffe auf eine freundschaftliche Lösung, zum Nutzen des deutschen Einflusses.
V.
Von Japan nach Südchina. Hongkong, Canton. Von Hongkong über Singapore nach Colombo.
Wer die ostasiatischen Gewässer zu befahren Gelegenheit hat, namentlich bei schlechtem Wetter, fühlt die unabweisbare Pflicht, in seinem Gehirn die Begriffe Taifun und Monsun ordentlich verpackt unterzubringen.[242]
In der Gegend des Aequators steigt die stark erhitzte Luft empor und fliesst oben nach den beiden Polen ab, unten strömt von den Polen kältere Luft zu. Aber indem die letztere dem Aequator sich nähert, gelangt sie mit geringerer Drehgeschwindigkeit in Gegenden, welche (gewissermassen unter ihr fort) schneller um die Erdachse von Westen nach Osten gedreht werden, sodass die südwärts bewegte Luft, gleichzeitig nach Westen zu gehen scheint. Diese beiden Bewegungen setzen sich auf der nördlichen Halbkugel zum Nordost-, auf der südlichen zum Südost-Passatwinde zusammen. Zwischen den beiden Passaten liegt die Gegend der Windstillen.
Im indischen Ocean ist die Regelmässigkeit der Passatwinde durch die umgebenden Ländermassen, namentlich durch den asiatischen Continent, gestört. Im nördlichen Theil des indischen Oceans, oberhalb des Aequators, weht Nordost-Monsun[243] vom September bis April, Südwest-Monsun vom April bis September.
Im Winter wird eben der Nordost-Passat nicht gestört, im Sommer aber erwärmt sich der asiatische Continent sehr stark und veranlasst eine Luftströmung nach Norden, welche durch die Drehung der Erde in einen Südwestwind verwandelt wird.
Tai-fun[244] sind Wirbelstürme in den chinesischen und japanischen Gewässern, welche zur Zeit des Wechsels der Monsune vom Juli bis November, am häufigsten im September und October, vorkommen. Ihre Mittelpunkte bewegen sich von O. nach W. oder von OSO. nach WNW., während die Drehrichtung wie bei allen Stürmen auf der nördlichen Halbkugel entgegengesetzt der des Uhrzeigers ist. Sie sind für die Schiffe äusserst gefährlich, weil sie erstlich ohne Vorboten auftreten, und weil sie ferner nur eine geringe Breite einnehmen, innerhalb derer die Windrichtungen ganz ungewöhnlich rasch wechseln.