Auch Schlangen sah ich hier. Was soll ich reden?

Ich glaub’, ich bin mit einem Fuss im Paradiese,

Und trotz’ dem Engel, der mich d’raus verwiese.

Und doch ist’s falsch. Es fehlt — das Weib in Eden.


Nuwara Eliya.

Sonntag, den 13. November, Vormittags 10h 45′, fuhr ich mit der Eisenbahn[359] südwärts und bergauf nach Nanu-Oya, 53 englische Meilen in 5¼ Stunden, und von da im Postwagen[360] nach Nuwara Eliya, 5 englische Meilen in 1 Stunde.

Entzückend ist von der Eisenbahn aus, die dem Oberlauf des Mahaweli-Flusses folgt, der Rückblick auf Kandy mit seinen Palmenpflanzungen und den umgebenden Bergen; ganz herrlich der Pflanzenwuchs zu den Seiten der Bahn. In der Höhe[361] von 2000 Fuss über dem Meere erblickt man, im November, blühende Rosen, Camelien, Chrysanthemum, stattliche Palmen und Bananen, sodann Theepflanzungen, ferner in einigem Abstand terrassenförmig angelegte Reisfelder, die in hellstem Grün prangen, endlich noch weiter ab die undurchdringlichen Gestrüpp-Wälder. Die hohen Berge der Nachbarschaft sind bis zur Spitze grün bewaldet. In der Höhe von 4000 Fuss hören die Palmen[362] auf, die Bananen noch nicht gleich. Alöe[363] bildet mächtige Hecken längs der ganzen Eisenbahnstrasse. Aber es sind nicht die kleinen Büschel, die wir aus unseren Gärten, oder die grösseren, die wir von Neapel und Sicilien kennen; sondern gewaltige, umgekehrte Pyramiden, aus deren Mitte der Blüthenschaft, einem Baumstamm gleich, emporragt. Der Mahaweli wird reissender, seine Ufer schroffer und steiler, die malerischen Schluchten öfters mit üppigem Dschungel besetzt. Die Haupt-Haltepunkte sind Gampola und Hatton, beide berühmt durch Theepflanzungen.

Diese nehmen zu, je höher wir steigen, und erstrecken sich, soweit der Blick reicht, nur unterbrochen von den Bungalow der Besitzer, ihren Maschinen-Häusern oder Factoreien, und kleinen Gruppen von Hütten, in denen die Tamilen, die Arbeiter der Pflanzungen, mit Weib und Kind hausen.

Von weitem sieht die Theepflanzung fast wie ein Weinberg aus. Die einzelnen Sträucher sind durch Zwischenräume von einander getrennt. Die neuen Pflanzungen erinnern vielfach an die Weizenfelder, die ich in Oregon und Canada gesehen: Stümpfe verbrannter Bäume sind inmitten stehen geblieben, da die Ausrodung zu mühsam und kostspielig schien, und grosse Steine liegen zwischen den Sträuchern. Hier und da sieht man auch noch eine vereinzelte Kaffe-Pflanzung.