Ich war in einen Wagen voll junger Theepflanzer gerathen. Es sind ganz tüchtige und angenehme Leute. Man sieht und hört ihnen an, dass sie thätig sind und ihr Fach verstehen. Gegen den Fremden sind sie zuvorkommend und mittheilsam. Die Missionäre werfen ihnen vor, dass viele von ihnen schwarze Frauen auf Zeit heirathen. John Ferguson räth dem Vater, der einen jüngeren Sohn nach Ceylon sendet, auch eine Tochter mitzuschicken; and then, when planters laid the foundation of pecuniary independence, sisters would be exchanged.

Aus dem Munde meiner Reisegefährten hörte ich von Neuem, was ich schon öfters gehört und seither noch genauer gelesen, die merkwürdige Geschichte der Pflanzungen in Ceylon, welche die Aufmerksamkeit des deutschen Lesers um so eher verdient, als wir ja in den letzten Jahren gleichfalls überseeische Colonien gewonnen haben, deren Geschichte noch im Werden begriffen ist.

Vor 12–15 Jahren war Kaffe der Hauptausfuhrgegenstand Ceylon’s. Der immergrüne Kaffe-Baum (Kawah der Araber, Coffea arabica des Linné) stammt aus Ostafrika (Kaffa in Abessinien) und war seit alter Zeit in Arabien (Yemen) bekannt. Aber das anregende Kaffe-Getränk ist weder dort noch sonst irgendwo vor dem Anfang des 15. Jahrhunderts n. Chr. erwähnt worden. Die wirksamen Stoffe sind bekanntlich das Coffeïn, welches zu 0,8 bis 1,2 Procent in den lufttrocknen Bohnen enthalten ist und ebenfalls im Thee vorkommt, ferner Röststoffe, Gerbsäure, ein eigenthümliches flüchtiges Oel. Kaffe erregt das Nervensystem; das Herz schlägt kräftiger, das Blut kreist schneller. Die Araber sollen die Kaffe-Pflanze früh nach Indien und Ceylon gebracht, die Singhalesen aber nicht die Bohnen (Samen), sondern nur die Blätter zum Würzen des Reis und die Blüthen zum Tempelschmuck benutzt haben. Doch hat Dr. Trimen, Leiter des botanischen Gartens zu Peradenia, nachgewiesen, dass im tropischen Asien die Kaffepflanze völlig unbekannt geblieben, bis der Generalgouverneur der holländisch-ostindischen Gesellschaft, van Horn, im Jahre 1690 von arabischen Händlern Samen erhielt und dieselben in Batavia auf Java[364] anpflanzte. In demselben Jahre verpflanzten die Holländer den Kaffe auch nach Ceylon. Aber da sie den Anbau hier auf die flache Gegend beschränkten, so stieg ihre Ausfuhr nie über 1000 Centner im Jahr; und im Jahre 1739 gaben sie den Kaffe-Anbau auf Ceylon gänzlich wieder auf, um nicht den Alleinhandel Java’s zu beeinträchtigen.

Doch die Singhalesen setzten den Anbau fort, nachdem sie den Handelswerth der Waare kennen gelernt; die Mohren sammelten die Ernten der Dörfer und brachten das Erzeugniss nach Colombo und Galle. Im Jahre 1810 wurden 2170 Centner Kaffe aus Ceylon ausgeführt. Noch heute unterscheidet der Handel zwei Arten von Ceylon-Kaffe: 1) Nativa, 2) Pflanzer-Kaffe.

Als die Engländer 1815 Kandy besetzten, fanden sie dort einige Kaffe-Gärten und einzelne Kaffe-Bäume in der Nähe der Tempel.

Sowie der schöpferische Sir Edward Barnes seine Strasse von Colombo nach der Hügelgegend gangbar gemacht, gründete er 1825 die erste[365] Höhen-Pflanzung von Kaffe-Bäumen in seiner eignen Besitzung bei Peradenia.

Das Beispiel fand Nachahmung. Die Zeit war sehr günstig. Herabsetzung des Kaffe-Zoll’s auf die Hälfte verdoppelte den Verbrauch[366] in England binnen drei Jahren; die Freilassung der Sklaven verminderte den Ertrag Westindiens.[367]

Schon im nächsten Jahre wurden 4000 Acres (= 1600 ha) Wald gefällt[368] und mit Kaffe bepflanzt; und bald überstieg der jährliche Verkauf von Kronland den Betrag von 40000 Acres.

So wurde in einem Menschenalter aus dem Militärposten Ceylon eine unternehmende Ackerbau-Colonie. Alle Hügel von Kandy bedeckten sich mit Kaffe-Pflanzungen; die letzteren stiegen empor bis Nuwara Eliya (6000 Fuss über dem Meeresspiegel) und bis an die Grundfläche des Kegels vom Adams-Pik.