Der Ueberschuss, den die Gesellschaft 1887 erzielt, betrug 29,7 Millionen Francs. (Einnahmen 60,5, Ausgaben 30,8 Millionen Francs.) Sie nimmt 10 Francs für die Tonne und ebenso viel für jeden Reisenden. Die Gebühr, die ein Schiff zu zahlen hat, ist ganz anständig, für unsre Imperatrix in runder Summe 50000 Francs. Im Jahre 1887 benutzten den Kanal 3137 Schiffe mit einem Netto-Gehalt von 5900000 Tonnen, davon 2330 englische, 185 französische, 159 deutsche. Die Entfernung von London nach Bombay ist um das Cap der guten Hoffnung 10719 Seemeilen, durch den Suez-Kanal 6274. Die Abkürzung der Fahrt durch den Suez-Kanal beträgt für Dampfer nach Bombay von Brindisi 37, von London 24, von Hamburg 24 Tage. Aber da Dampferfahrt um das Cap nicht lohnend war, wegen der Schwierigkeit der Kohlenbeschaffung, so hat man eigentlich gegenüberzustellen:
| Segelfahrt von | London | nach | Bombay | 100 | Tage. |
| Dampfschifffahrt | „ | „ | „ | 26 | „ |
Die Eröffnung des Suez-Kanals hat bewirkt, dass der Welthandel von der Segel- zur Dampf-Schifffahrt überging, zumal gleichzeitig die zusammengesetzten Maschinen aufkamen.
Portsaid, eine Schöpfung des Kanals, hat schon 21000 Einwohner, Niederlassungen aller grossen Dampfschifffahrts-Gesellschaften, auch unsres norddeutschen Lloyd, und einen äusserst lebhaften Verkehr. Nachdem ich mich an dem fesselnden Hafenbild der aus- und einladenden Schiffe aller Nationen erfreut, gehe ich an’s Land, kaufe ägyptische Cigaretten und vertraue mein Haupt einem italienischen Haarkünstler an.
Mittags fahren wir ab, am 14. Januar erblicken wir Morgens die schneebedeckten Felsen von Candia und haben bei rauhem Wetter gegen den Wind zu kämpfen, so dass unser Log-Bericht von 250 Seemeilen der schlechteste wird, den unser Capitän jemals gemacht. Am 15. Januar erblicken wir Morgens Cephalonia, um 11 Uhr Korfu und lagern Abends für eine Stunde im Hafen von Brindisi.
Dienstag, den 17. Januar, Morgens, erreichen wir unter Schneegestöber (bei - 2° C. im Steuerhäuschen) die Stadt Triest, können aber nicht in den Hafen hinein, der leider an unrichtiger Stelle angelegt zu sein scheint, sondern landen in der Bucht von Muggia.
Wunderbar ist der Anblick des von dem Nordwind (Bora) gepeitschten Meeres. In Triest war es grimmig kalt. Der Nachtzug brachte mich trotz der Schneeanhäufungen glücklich über den Karst und nach Wien. Von hier fuhr ich mit dem Eilzug nach Dresden. Am 19. Januar 1893 kam ich in Berlin an, nach einer Reise von 171 Tagen über eine Strecke von 48092 Kilometern.
Fast ist es mir, wie ein schöner Traum. Aber die wechselnden Bilder stehen lebendig vor meinem Auge. Mein Herz ist voll Dankbarkeit gegen das neunzehnte Jahrhundert, das die Entfernung vernichtet und solche Reisen ermöglicht hat.