[523] Reuleaux bestreitet dies, da erstlich die (persischen) Quellen über den Bau davon schweigen, und zweitens die florentinische Kunstübung ganz und gar von der zu Agra verschieden sei, was offenbar richtig ist. Denn bei der Pietra-dura-Mosaik von Florenz wird der harte Stein von hinten in die Grundplatte eingefügt, bei dem Agra-Werk als dünne Scheibe von vorn. Aber in Schah Jahan’s Palast zu Delhi sind zweifellos europäische Arbeiter thätig gewesen.
[524] Um diesen merkwürdigen Satz aufzuklären, habe ich mich an verschiedene Gelehrte gewendet. Herr Prof. theol. Herrmann L. Strack (Berlin) schreibt mir: Im neuen Testament habe ich den Gedanken nicht finden können. Herr Dr. Ign. Goldziher (Budapest) schreibt mir: Man darf nie sagen, dieser oder jener Satz komme im „Hadith“ nicht vor. Die Literatur desselben ist so riesig, dass das Material kaum übersehbar ist. Was ich sagen kann, ist, dass mir der Satz aus den sechs kanonischen Sammlungen nicht erinnerlich ist. Ich bemerke noch, dass es in der muhammedanischen Literatur gang und gäbe ist, irgend einen weisen Satz an den Namen irgend einer beliebigen geheiligten Person anzuhängen. Dies machte ihnen niemals Scrupel, wie ich auch in meinen „Muhammedanischen Studien“, Bd. II, S. 156 ff., ausgeführt habe. Unter meinen Notizen über Aussprüche, die man in Islam Jesus zugeschrieben, finde ich die Inschrift der Tâdschmoschee nicht.
[525] Nach Sikander Lodi (1489 n. Chr.) benannt.
[526] Akbar-Abad, d. h. Akbar’s Wohnung, genannt; auch Lal Kila (hindost.), d. h. rothes Schloss.
[527] Reuleaux sah 1881 hier einen prachtvollen Blumengarten, angeblich (?) aus der Zeit von Aurangzeb.
[528] Am, arabisch, heisst öffentlich; Khas, abgesondert.
[529] Doab, Zweiflussland oder Zwischenflussland, zwischen Ganges und Jumna.
[530] Indisch Dilli oder Dihli.
[531] Er wohnte darin mit Hunderten von Dienern und zwei Regimentern, und hatte auch einige Landhäuser, während allerdings schon vor dem Thor seiner Veste die englischen Schildwachen standen. (Ganz ähnlich, wie jetzt der Papst im Vatican.)
[532] Derselbe soll unter der Aufsicht von Austin de Bordeaux angefertigt sein und 5 Millionen £ verschlungen haben; scheint aber mehr kostbar, als geschmackvoll gewesen zu sein. Nadir Schah hat ihn von Delhi 1739 entführt; im königlichen Palast zu Teheran soll er noch zu sehen sein.