4 Tage 19,2 Stunden.
Dienstag, den 9. August, 41° 43′ N. Br.
64° 1′ W. L.

(D. h. auf demjenigen Meridian, welchen das westliche Drittel Neuschottlands von dem Rest abtrennt.)

Z. E. 452 S. M.
G. E. b. h. 2611 S. M.
5 Tage 19,2 Stunden.
Rest 445 S. M.

Am Mittwoch, den 10. August, wurde Sandyhook, an der Einfahrt in den Hafen von New-York erreicht: bis hierher rechnet man das Ende der Meeresfahrt, die 6 Tage 18 Stunden in Anspruch genommen hatte. Auf der ganzen Fahrt hatten wir kaum eine grosse Welle.

Die Zahlen des Logberichts gewinnen erst an Bedeutung durch Vergleich. Es ist nicht nöthig auf Columbus zurückzugreifen, welcher (nach Abrechnung der vier Wochen für die Ausbesserung des beschädigten Steuerruders) 42 Tage gebrauchte, um auf einem 19 Meter langen Segelschiff das atlantische Weltmeer bei günstigem Winde zu durchqueren; und 59 Tage, bei zeitweise widrigen Winden, um heimzukehren.

Die Zeit der Segelschiffe, welche in mehr als vier Wochen[16] zahllose Auswanderer unter unsäglichen Beschwerden im vorigen Jahrhundert und im Anfang des unsrigen nach dem gelobten Lande Amerika beförderten, liegt weit hinter uns. Wir haben schon das fünfzigjährige Jubelfest der Dampfschiffverbindung zwischen der alten und der neuen Welt gefeiert: am 4. April 1838 (also 31 Jahre, nachdem Fulton zuerst den Hudsonfluss von New-York bis Albany auf einem Dampfschiff mit der Geschwindigkeit von fünf engl. Meilen in der Stunde befahren,) fuhr der Rad-Dampfer Sirius von Cork in Irland aus, und vollendete das für unmöglich gehaltene Wagniss einer ununterbrochnen Dampfschifffahrt über das atlantische Weltmeer bis New-York binnen 17 Tagen.[17] Die von Joseph Ressel zu Triest 1819 erfundene, aber leider von der österreichischen Polizei verbotene (!) Schraube, gelangte in den Jahren von 1839 bis 1843 zur Anwendung (durch Smith in England und Ericson in den Vereinigten Staaten) und erzielte bald eine Geschwindigkeit von 12 bis 14 Knoten.

Doch blieb es unserer Zeit vorbehalten, durch zusammengesetzte Dampfmaschinen und verbesserte Schrauben eine Geschwindigkeit von 19 und selbst 20 Knoten zu erzielen. Die Seereise von den Nadeln auf der Insel Wight bis nach Sandyhook bei New-York, 3056 Seemeilen, dauert jetzt auf den schnellen Postdampfern der deutschen und englischen Linien sechs Tage und einige Stunden,[18] so dass täglich 450 und sogar 500 Seemeilen zurückgelegt werden. Aber das rastlose und nie zufriedene Menschengeschlecht erstrebt jetzt eine Abkürzung der Fahrt bis auf vier Tage.

Sehr merkwürdig ist der Vergleich der Fahrgeschwindigkeit bei einer Umkreisung der Erde: 1) Auf dem atlantischen Weltmeer täglich 450 Seemeilen. (Nordd. Lloyd). 2) Auf dem stillen Ocean 370 bis 390 Seemeilen. (Canad. G.) 3) Von Kobe nach Hongkong 280 bis 290 Seemeilen. (Nordd. Lloyd, Nebenlinie). 4) Von Hongkong bis Colombo 274–280, ausnahmsweise 304 Seemeilen. (Englische P. & O. Gesellsch.). 5) Von Colombo bis Calcutta kaum 290, ausnahmsweise 300 Seemeilen. (P. & O.). 6) Von Bombay nach Triest 300 bis 336 Seemeilen, einmal gegen den Wind im Mittelmeer nur 250. (Oestreich. Lloyd.)