Der alte Mann erklärte, dass er keinen Blumengeruch bemerke: es konnte kein Zweifel mehr bestehen, das Nervenleiden zeigte sich wieder unter einer neuen Sinnestäuschung.

Gelangweilt von der Hartnäckigkeit dieses eingebildeten Aromas, beschloss er, sich in wirkliche Parfüms zu tauchen, hoffend, dass diese Nasenhomöopathie ihn heilen, oder wenigstens die Verfolgung des lästigen Geruches aufhören würde.

Er begab sich in sein Ankleidezimmer. Dort standen nahe bei einem antiken Taufbecken, das ihm als Waschgefäss diente, unter einem breiten Spiegel von getriebenem Eisen Flaschen in allen Grössen und allen Formen auf Etageren aus Elfenbein übereinander.

Er stellte sie auf einen Tisch und teilte sie in zwei Serien: die eine mit einfachen Parfüms, Extrakten und Spiritussen, die andere mit zusammengesetzten Parfüms, die man mit dem allgemeinen Ausdruck „Bouquets“ bezeichnet.

Er drückte sich in seinen Sessel und sammelte sich.

Er war schon seit Jahren in der Wissenschaft des Riechens geübt und war überzeugt, dass man durch den Geruch die gleichen Genüsse empfinden könne wie durch das Gehör und das Gesicht, indem jeder Sinn infolge einer natürlichen Neigung und Angewöhnung genugsam empfindlich sei, neue Eindrücke aufzunehmen, sie zu verzehnfachen und zu verarbeiten.

In der Kunst der Parfümbereitung hatte ihn eine Seite vor allem angezogen, nämlich die der künstlichen Genauigkeit.

Das Parfüm stammt fast niemals von den Blumen, deren Namen es trägt; der Fabrikant, der es wagen würde, nur einzig der Natur ihre Elemente zu entlehnen, würde doch nur ein unechtes Werk schaffen, ohne Natürlichkeit.

Mit Ausnahme des unnachahmlichen Jasmin, welcher keine Fälschung zulässt, sind alle Blumengerüche genau durch Verbindungen mit aromatischem Weingeist und Spiritus darstellbar.

Nach und nach hatten sich die geheimen Operationen dieser so arg vernachlässigten Kunst vor dem Herzog erschlossen, der ihren geheimen Wegen nachging.