Und aus dieser zufälligen Begegnung war eine Freundschaft entstanden, die sich Monate lang hinzog.

Der Herzog dachte mit Schaudern an sie zurück, niemals hatte er einen anziehenderen und herrischeren Pakt ertragen, niemals hatte er solche Gefahren gekannt und niemals noch sich so schmerzhaft befriedigt gefühlt.

Unter allen Erinnerungen, die ihn in seiner Einsamkeit bestürmten, beherrschte dieses Liebesverhältnis alle andern. –

Jetzt erwachte er aus seinen Träumereien, gebrochen, vernichtet, sterbend, und schnell alle Lichte und Lampen anzündend, hoffte er in dieser Flut von Licht weniger deutlich das dumpfe, unaufhörliche, unausstehliche Klopfen der Pulsadern zu vernehmen.

ZEHNTES KAPITEL.

Während dieser seltsamen Krankheit, die blutarme Menschen hinwegrafft, traten plötzlich kurze Pausen der Krisen ein. Ohne dass er sich ihren Grund zu erklären vermochte, wachte der Herzog eines Tages ganz kräftig auf. Da war nichts mehr von aufreibendem Husten zu spüren, keine stechenden Schmerzen mehr im Nacken, nur ein unbeschreibliches Gefühl von Wohlbehagen, eine Leichtigkeit des Hirns, dessen Gedanken sich erhellten.

Dieser Zustand währte mehrere Tage; dann plötzlich zeigten sich eines Nachmittags wiederum Hallucinationen des Geruchssinnes.

Sein Zimmer duftete wie von Backwerk und Parfüm; er sah nach, ob nicht ein geöffnetes Flacon umherstand; doch nirgends war ein solches zu finden. Er lief durch alle seine Gemächer: der Geruch dauerte fort.

Er klingelte seinem Diener:

„Riechen Sie nichts?“ fragte er.