Ebenso wie Balzac, der von dem unabweislichen Bedürfnis verfolgt war, erst viel Papier zu bekritzeln, ehe er imstande war zu schreiben, so erkannte Herzog Jean die Notwendigkeit, sich erst durch einige leichtere Arbeiten in Gang zu bringen.
Er fing an, die Flaschen mit Mandeln und Vanille zu wägen, um Heliotrop herzustellen, dann besann er sich anders und entschloss sich, mit der Riecherbse zu beginnen.
Die Formel, das Verfahren waren ihm entfallen; er tastete. Im allgemeinen herrscht bei dem Duft dieser Blume die Orange vor; er versuchte mehrere Zusammensetzungen und erreichte schliesslich den richtigen Ton, indem er der Orange die Tuberose und die Rose hinzufügte, welche er mit einem Tropfen Vanille verband.
Die Ungewissheiten verschwanden; ein leichtes Fieber erfasste ihn, er fühlte sich zur Arbeit angeregt und beschloss, weiter zu gehen und einen fulminanten Satz loszulassen, dessen stolzes Geprassel das Geflüster dieses arglistigen Parfüms niederwerfen würde, der noch immer im Zimmer lastete.
Er experimentierte mit dem Amber, dem Tonkin-Moschus, dem Patschuli, dem schärfsten aller vegetabilischen Parfüms, dessen Blume einen Geruch von Schimmel und Rost ausströmt.
Aber was er auch versuchte, die Liebeleien des XVIII. Jahrhunderts verfolgten ihn; die Reifröcke und seidenen Garnierungen schwebten vor seinen Augen, die Erinnerungen der Venusse von Boucher, aus vollem Fleisch, ohne Knochen, in üppigster Gestalt, liessen sich an seinen Wänden nieder; der Rückblick auf den Roman Thermidor, auf die entzückende Rosette mit hochgeschürztem Rock peinigte ihn.
Wütend stand er auf, und um sich frei zu machen, sog er mit aller Kraft die reine Essenz des Spika-Nard ein, der den Orientalen so teuer und den Europäern so unangenehm ist wegen seines zu starken Geruchs von Baldrian. Er war fast betäubt von der Heftigkeit der Erschütterung.
Wie durch einen Hammerschlag zermalmt verschwand das Filigran des zarten Duftes.
Früher hatte er sich gern in Akkorden von Düften gewiegt; er gebrauchte ähnliche Effekte wie die der Poeten, wendete gewissermassen die vortreffliche Anordnung der Stücke von Baudelaire an, wie zum Beispiel in „L’Irréparable“ und „Le Balcon“, wo der letzte der fünf Verse, welche die Strophe bilden, das Echo des ersten ist und wie ein Refrain zurückkommt und die Seele in die Unendlichkeit von Schwermut und Sehnsucht taucht.
Er verlor sich in den Träumen, welche diese duftenden Stanzen in ihm hervorriefen; ihn verlangte, in einer wunderbaren und wechselnden Landschaft herumzustreichen, und deshalb fing er mit einem vollen und stattlichen Satz an, der plötzlich einen Durchblick auf eine grossartige Landschaft eröffnete.