Einige Tage darauf brachte der Diener ein Klystier, dessen Farbe und Geruch anders war als das von Pepton.

„Aber das ist ja nicht dasselbe!“ rief der Herzog aus, der sehr aufgeregt war über die in das Instrument gegossene Flüssigkeit.

Er verlangte wie in einem Restaurant die Karte, und das Rezept des Arztes entfaltend las er:

Leberthran20Gramm
Kraftbouillon200Gramm
Burgunderwein200Gramm
Eigelb1Gramm.

Aber er brauchte bald nicht mehr über die nährenden Flüssigkeiten nachzudenken, denn es gelang dem Arzt, nach und nach die Erbrechungen zu bezwingen und ihm auf gewöhnlichem Wege einen süsslichen Punsch mit Fleischpulver gemischt beizubringen, dessen unbestimmtes Aroma von Kakao seinem Mund zusagte.

Wochen vergingen, und sein Magen entschloss sich endlich wieder zu arbeiten; zu gewissen Zeiten kam die Übelkeit noch wieder, die indessen durch das Ingwerbier und durch eine Arzenei von der Riviera eingeschränkt wurde.

Schliesslich kräftigten sich auch nach und nach die Organe wieder, und mit Hilfe der Pepsine konnte er wirkliches Fleisch verdauen. Die Kräfte nahmen zu, und bald konnte der Herzog schon in seinem Zimmer aufrecht stehen und versuchen zu gehen, sich auf einen Stock stützend und an den Ecken der Möbel festhaltend. Anstatt sich dieses Erfolges zu freuen, vergass er seine vergangenen Leiden, wurde gereizt über die Länge der Rekonvalescenz und warf dem Arzt vor, dass er seine Genesung hinauszögere.

Endlich war er so weit wieder hergestellt, dass er während ganzer Nachmittage aufbleiben konnte und ohne Hilfe in seinem Zimmer umherzugehen vermochte.

Jetzt ärgerte ihn sein Arbeitszimmer; Fehler, an die er sich durch die Länge der Zeit gewöhnt hatte, fielen ihm in die Augen, als er nach langer Zwischenzeit wieder dorthin kam.

Die Farben, die gewählt waren, um bei Licht gesehen zu werden, erschienen ihm bei Tageslicht unharmonisch. Er dachte daran, sie zu ändern und stellte stundenlang künstliche Farbenharmonieen zusammen.