Darum, mein Gott, will ich mich bestreben, nicht nachzuhängen eitlen Wünschen, will ich mich bestreben, in redlicher, gewissenhafter Ausübung meiner Pflichten meine Ruhe, in dem Gedeihen meiner Arbeit meine Freude, in den Stunden der Erholung und der Sammlung mein Vergnügen zu finden; nicht sorgen um das, was morgen mich treffen könnte, sondern Dir danken für das, was Du heute mir beschieden hast; nicht immer und immer hinschauen auf das, was mir fehlt, sondern mich erfreuen an dem, was ich besitze. Still vor mich hin will ich das Rechte tun und Dich walten lassen. Ich will mich zu schützen suchen vor Ungebühr, die an mich herantritt, aber nicht anstürmen gegen die Scheidewand, die mich trennt von den Beneideten.
Das ist nicht Trägheit, das ist Ausdauer, das ist nicht Torheit, das ist Besonnenheit, das ist nicht Stumpfsinn, das ist Zufriedenheit.
O Herr, laß mich immerdar also wandeln vor Dir, dann wird auch das Leid mir den Frieden meines Herzens nicht rauben können, dann werde ich ausgerüstet sein mit Geduld und Stärke, wenn Schweres mich trifft. Und wenn der Himmel meines Lebens nicht freundlich ist, dann wird nicht meine Torheit und Unzufriedenheit ihn mit Wolken bedecken. Ich werde fähig sein, das Böse zu ertragen und das Gute zu genießen. Amen!
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Gebet um das Wohl des Reiches
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Allgütiger, der Du Kraft und Heil verleihest den Menschenkindern, Weisheit, Macht und Würde der Obrigkeit, spende die Fülle Deines Segens
unserem geliebten Vaterlande,
sowie den gesetzlichen Behörden, denen die Fürsorge für des Reiches und Landes Wohl und Ordnung obliegt. Lasse, o Herr, den Geist des Friedens und der Eintracht, der Liebe und Gerechtigkeit überall herrschen, auf daß sich das Vaterland von seinem Falle wieder erhebe zu hoher Blüte und zu einem neuen Aufschwung in allen Werken des Guten und Edlen. Amen!
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