Es hat das fröhliche Hüttenfest mir Gott den Herrn gezeigt als den liebenden Vater, der für alle seine Geschöpfe sorgt, der ihnen Saat und Ernte, Früchte und Labung gibt, damit es ihnen niemals an dem mangle, dessen sie bedürfen, und daß sie viel des Guten noch darüber hinaus genießen dürfen, auf daß ihr Herz fröhlich sei; der auch in den Zeiten der Not den Menschen beisteht und seine Güte nie abwendet von denen, die auf ihn vertrauen. Aus all' den Betrachtungen, die an diesem Feste in mir rege wurden, mußte die Überzeugung hervorgehen, daß Gott der Herr Freude hat an unserer Fröhlichkeit. Wie sollte auch der die Gleise der Rechtschaffenheit und Tugend finden, wie sollte der beitragen zum Glücke seiner Nebenmenschen und zu ihrer Freude, der nur trüben Sinnes einherwandelt auf Erden, die Erde für eine Stätte des Jammers und der Finsternis hält, der Freude keinen Vorzug gibt vor dem Leide, der Tugend keinen Vorzug vor dem Laster, der Liebe keinen Vorzug vor dem Hasse.
Das sind die Lehren und die Vorteile, die ich aus den Tagen der Festzeit mit hinübernehmen will in die Tage der Alltäglichkeit: daß Gott der Herr alle meine Wege kennt, und daß ich vor ihm Rechenschaft ablegen muß, daß die strengste Selbstüberwachung und Selbstprüfung die beste Führerin ist, die den rechten Weg mir zeigt, und daß Gott der Herr es will, daß ich des Daseins auf Erden mich freue und im Bewußtsein seiner Liebe fröhlich sei und Frohsinn um mich verbreite.
Mein Gott! Gib zu all' dem mir Deinen Beistand und Deinen Segen. Amen!
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Die Hallel-Psalmen.
([Seite 39].)
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Gebet beim Herausheben der Thora.
([Seite 44].)
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