ROBERT. (kehrt sich hastig um.) Wer ist da?

TOGNINA. Schöner junger Herr! werden Sie nicht böse, daß ich so ungebeten herein komme. Ich bin hierher gewiesen, ich bin eine arme Waise, die Vater und Mutter verloren hat, und sich kümmerlich von ihrer Hände Arbeit nähren muß.

ROBERT. Das sieht man euch nicht an.

TOGNINA. Alles, was ich mir verdiene, wend ich auf meine Kleidung. Ich denke, es steht einem jungen Mädchen nicht so übel an, als wenn sie das bißchen Schönheit, das ihr der Himmel gab, nicht einmal sucht an den Tag zu legen. Ich will nicht gefallen, gnädiger Herr, (ihn zärtlich ansehend) ich weiß wohl, daß ich nicht im Stande bin, Zärtlichkeit einzuflößen; aber zum wenigsten bin ich hochmütig genug, daß ich niemand durch meine Gestalt beleidigen mag.

ROBERT. Was wollt ihr von mir?

TOGNINA. (etwas verwirrt.) Von Ihnen?—was ich von Ihnen will?—Das ist eine seltsame Frage, die ich Ihnen so geschwind nicht beantworten kann. Ich höre, daß Sie krank sind, schöner junger Herr, Sie brauchen Pflege, Sie brauchen Aufwartung. Sie brauchen vielleicht auf die Nacht eine Wärterin.

ROBERT. (die Zähne knirschend.) Wer hat euch gesagt, daß ich krank sei?

TOGNINA. Niemand, gütiger Herr—die Frau vom Hause hat es mir gesagt—und in der Tat, man sieht es Ihnen an; (seine Hand fassend.) Dieser Puls will mir nicht gefallen. (streift ihm den Arm auf.) Was für einen schönen weißen Arm Si ehaben—und wie nervigt! dieser Arm könnte Herkules Keule tragen.

ROBERT. (reißt ich los von ihr, richtet sich auf, und sieht sie starr an.) Wer seid ihr?

TOGNINA. Ich bin—ich habe es Ihnen ja schon gesagt, wer ich bin.