Gustchen.
Wir wollten uns beyde einen Eid schwören.
Fritz.
O komm! Vortreflich! Hier laß uns niederknien; am
Canapee, und heb' Du so Deinen Finger in die Höh'
und ich so meinen.—Nun sag, was soll ich schwören?
Gustchen.
Daß Du in drey Jahren von der Universität zurückkommen
willst und Dein Gustchen zu Deiner Frau machen; Dein
Vater mag dazu sagen, was er will.
Fritz. Und was willst Du mir dafür wieder schwören, mein englisches… (küßt sie)
Gustchen. Ich will schwören, daß ich in meinem Leben keines andern Menschen Frau werden will, als Deine und wenn der Kaiser von Rußland selber käme.
Fritz. Ich schwör Dir hunderttausend Eide—(Der geheime Rath tritt herein: beyde springen mit lautem Geschrey auf.)
Sechste Scene.
Geh. Rath. Was habt Ihr närrische Kinder? Was zittert Ihr?—Gleich, gesteht mir alles. Was habt Ihr hier gemacht? Ihr seyd beyde auf den Knien gelegen.—Junker Fritz, ich bitte mir eine Antwort aus; unverzüglich:—Was habt Ihr vorgehabt?
Fritz.
Ich, gnädigster Papa?
Geh. Rath. Ich? und das mit einem so verwundrungsvollen Ton? Siehst Du: ich merk' alles. Du möchtest mir itzt gern eine Lüge sagen, aber entweder bist Du zu dumm dazu, oder zu feig, und willst Dich mit Deinem Ich? heraushelfen. … Und Sie Mühmchen?—Ich weiß. Gustchen verheelt mir nichts.