Gustchen. Ha ha ha. Lieber Herr Hofmeister! Ich habe wahrhaftig noch nicht Zeit gehabt.
Läuffer.
Grausame!
Gustchen. Aber was fehlt Ihnen denn? Sagen Sie mir doch! So tiefsinnig sind Sie ja noch nie gewesen. Die Augen stehn Ihnen ja immer voll Wasser: ich habe gemerkt, Sie essen nichts.
Läuffer. Haben Sie? In der That? Sie sind ein rechtes Muster des Mitleidens.
Gustchen.
O Herr Hofmeister—
Läuffer.
Wollen Sie heut Nachmittag Zeichenstunde halten?
Gustchen. (faßt ihn an die Hand) Liebster Herr Hofmeister! verzeihen Sie, daß ich sie gestern aussetzte. Es war mir wahrhaftig unmöglich zu zeichnen; ich hatte den Schnuppen auf eine erstaunende Art.
Läuffer.
So werden Sie ihn wohl heute noch haben. Ich denke,
wir hören ganz auf zu zeichnen. Es macht Ihnen kein
Vergnügen länger.
Gustchen. (halbweinend) Wie können Sie das sagen, Herr Läuffer? Es ist das einzige, was ich mit Lust thue.
Läuffer. Oder Sie versparen es bis auf den Winter in die Stadt und nehmen einen Zeichenmeister. Ueberhaupt werd ich Ihren Herrn Vater bitten, den Gegenstand Ihres Abscheues, Ihres Hasses, Ihrer ganzen Grausamkeit von Ihnen zu entfernen. Ich sehe doch, daß es Ihnen auf die Länge unausstehlich wird, von mir Unterricht anzunehmen.