Gustchen.
Herr Läuffer—
Läuffer.
Lassen Sie mich—Ich muß sehen, wie ich das elende
Leben zu Ende bringe, weil mir doch der Tod verboten
ist—
Gustchen.
Herr Läuffer—
Läuffer.
Sie foltern mich.—(reißt sich loß und geht ab.)
Gustchen.
Wie dauert er mich!
Dritte Scene.
Zu Halle in Sachsen.
Pätus Zimmer.
Fritz von Berg.
Pätus (im Schlafrock an einem Tisch sitzend.)
Pätus. Ey was Berg! Du bist ja kein Kind mehr, daß du nach Papa und Mama—Pfuy Teufel! ich hab Dich allezeit für einen braven Kerl gehalten, wenn Du nicht mein Schulkamerad wärst: ich würde mich schämen mit Dir umzugehen.
Fritz. Pätus, auf meine Ehr, es ist nicht Heimweh, Du machst mich bis über die Ohren roth mit dem dummen Verdacht. Ich möchte gern Nachricht von Hause haben, das gesteh' ich, aber das hat seine Ursachen—
Pätus. Gustchen—Nicht wahr? Denk doch, Du arme Seele! Hundertachtzig Stunden von ihr entfernt—Was für Wälder und Ströme liegen nicht zwischen Euch? Aber warte, wir haben hier auch Mädchen; wenn ich nur besser besponnen wäre, ich wollte Dich heut in eine Gesellschaft führen—Ich weiß nicht, wie Du auch bist; ein Jahr in Halle und noch mit keinem Mädchen gesprochen: das muß melancholisch machen; es kann nicht anders seyn. Warte, Du must mir hier einziehen, daß Du lustig wirst. Was machst Du da bey dem Pfarrer? Das ist keine Stube für Dich—