Jungfer Knicks.
Stellen Sie Sich vor, als wir ihm nachsahen, war's
Herr Pätus—Er muß rasend worden seyn.
Frau Hamster.
Mit einem Wolfspelz in dieser Hitze!
Jungfer Hamster. (hält sich den Kopf) Ich glaube noch immer, er ist aus dem hitzigen Fieber aufgesprungen. Er ließ uns heut Morgen sagen, er sey krank.
Jungfer Knicks. Und die drey Hunde hinter ihm drein, das war das lustigste. Ich hatte mir vorgenommen heut in die Komödie zu gehen, aber nun mag ich nicht, ich würde doch da nicht soviel zu lachen kriegen. Das vergeß ich mein Lebtage nicht. Seine Haare flogen ihm nach wie der Schweif an einem Kometen, und je eyfriger er lief, desto eyfriger schlugen die Hunde an und er hatte das Herz nicht, sich einmal umzusehen… Das war unvergleichlich!
Frau Hamster. Schrie er nicht? Er wird gemeynt haben, die Hunde seyn wütig.
Jungfer Knicks. Ich glaub, er hatte keine Zeit zum Schreyen, aber roth war er wie ein Krebs und hielt das Maul offen, wie die Hunde hinter ihm drein—O das war nicht mit Geld zu bezahlen! ich gäbe nicht meine Schnur ächter Perlen darum, daß ich das nicht gesehen.
Fünfte Scene.
In Heidelbrunn.
Augustchens Zimmer.
Gustchen. (liegt auf dem Bette)
Läuffer. (sitzt am Bette)
Läuffer. Stell Dir vor Gustchen, der geheime Rath will nicht. Du siehst, daß Dein Vater mir das Leben immer saurer macht: nun will er mir gar aufs folgende Jahr nur vierzig Dukaten geben. Wie kann ich das aushalten? Ich muß quittiren.
Gustchen. Grausamer, und was werd ich denn anfangen? (nachdem beyde eine zeitlang sich schweigend angesehen) Du siehst: ich bin schwach, und krank; hier in der Einsamkeit unter einer barbarischen Mutter—Niemand fragt nach mir, niemand bekümmert sich um mich: meine ganze Familie kann mich nicht mehr leiden; mein Vater selber nicht mehr: ich weiß nicht warum.