Majorin. Still da kommt ja der Major … Sie können mit ihm gehen, Graf.

Graf.
Denk doch—Ich will nun aber mit Ihrer Tochter gehn.

Majorin. Sie wird noch nicht angezogen seyn: es ist was unausstehliches, wie faul das Mädchen ist—

(Major von Berg kommt im Nachtwämmschen, einen
Strohhut auf.)

Majorin. Nun wie stehts, Mann? Wo treiben Sie Sich denn wieder herum? Man kriegt Sie ja den ganzen Tag nicht zu sehen. Sehn Sie ihn nur an Herr Graf; sieht er doch wie der Heavtontimorumenos in meiner großen Madame Dacier abgemahlt—Ich glaube, Du hast gepflügt, Herr Major? Wir sind itzt in den Hundstagen.

Graf. In der That, Herr Major, Sie haben noch nie so übel ausgesehen, blaß, hager, Sie müssen etwas haben, das Ihnen auf dem Gemüth liegt, was bedeuten die Thränen in Ihren Augen, sobald man Sie aufmerksam ansieht? Ich kenne Sie doch zehn Jahr schon und habe Sie nie so gesehen, selbst da nicht, als Ihr Bruder starb.

Majorin. Geitz, nichts als der leidige Geitz, er meynt, wir werden verhungern, wenn er nicht täglich wie ein Maulwurf auf dem Felde wühlt. Bald gräbt er, bald pflügt er, bald eggt er. Du willst doch nicht Bauer werden? Du mußt mir vorher einen andern Mann geben, der die Aufsicht über Dich führt.

Major. Ich muß wohl schaffen und scharren, meiner Tochter einen Platz im Hospital auszumachen.

Majorin. Was sind das nun wieder für Phantasien!—Ich muß wahrhaftig den Doktor Würz noch aus Königsberg holen lassen.

Major. Du siehst nimmer nichts, vornehme Frau! daß Dein Kind von Tag zu Tag abfällt, daß sie Schönheit, Gesundheit und den ganzen Plunder verliert und dahergeht, als ob sie, hol mich der Teufel—Gott verzeyh mir meine schwere Sünde,—als ob der arme Lazarus sie gemacht hätte—Es frißt mir die Leber ab—