Majorin.
Rheinwein wollten Sie sagen.
Graf. Champagner—Es war eine Idee, und ist uns beyden recht gut bekommen. Denselben Abend war Ball in Königsberg, mein Bruder hat bis an den andern Mittag getanzt und ich Geld verloren.
Majorin.
Wollen wir ein Piquet machen?
Graf.
Wenn Fräulein Gustchen käme, macht' ich ein Paar
Touren im Garten mit ihr. Ihnen, gnädige Frau, darf
ichs nicht zumuthen; mit Ihrer Fontenelle am Fuß.
Majorin. Ich weiß auch nicht, wo der Major immer steckt. Er ist in seinem Leben so rasend nicht auf die Oekonomie gewesen; den ganzen ausgeschlagenen Tag auf dem Felde und wenn er nach Hause kommt, sitzt er stumm wie ein Stock. Glauben Sie, daß ich anfange mir Gedanken drüber zu machen.
Graf.
Er scheint melancholisch.
Majorin. Weiß es der Himmel—Neulich hatt' er wieder einmal den Einfall bey mir zu schlafen, und da ist er mitten in der Nacht aus dem Bett' aufgesprungen und hat sich— He he, ich soll es Ihnen nicht erzehlen, aber Sie kennen ja die lächerliche Seite von meinem Mann schon.
Graf.
Und hat sich …
Majorin. Auf die Knie niedergeworfen und an die Brust geschlagen und geschluchzt und geheult, daß mir zu grauen anfieng. Ich hab ihn aber nicht fragen mögen, was gehen mich seine Narrheiten an? Mag er Pietist oder Quacker werden. Meinethalben! Er wird dadurch weder häßlicher noch liebenswürdiger in meinen Augen werden, als er ist. (sieht den Grafen schalkhaft an)
Graf. (faßt sie ans Kinn) Boßhafte Frau!—Aber wo ist Gustchen? Ich möchte gar zu gern mit ihr spatzieren gehn.