Läuffer. (küßt ihre Hand lange wieder und sieht sie eine Weile stumm an) Es könnte mir gehen wie Abälard—

Gustchen. (richtet sich auf)
Du irrst Dich—Meine Krankheit liegt im Gemüth—
Niemand wird Dich muthmaßen—(fällt wieder hin) Hast
Du die neue Heloise gelesen?

Läuffer.
Ich höre was auf dem Gang nach der Schulstube.—

Gustchen.
Meines Vaters—Um Gotteswillen!—Du bist drey
Viertelstund zu lang hiergeblieben.

(Läuffer läuft fort)

Sechste Scene.

Die Majorin. Graf Wermuth.

Graf. Aber gnädige Frau! kriegt man denn Fräulein Gustchen gar nicht mehr zu sehen? Wie befindt sie sich auf die vorgestrige Jagd?

Majorin.
Zu Ihrem Befehl; sie hat die Nacht Zahnschmerzen
gehabt, darum darf sie sich heut nicht sehen lassen.
Was macht Ihr Magen, Graf! auf die Austern?

Graf. O das bin ich gewohnt. Ich habe neulich mit meinem Bruder ganz allein auf unsre Hand sechshundert Stück aufgegessen und zwanzig Bouteillen Champagner dabey ausgetrunken.