Geh. Rath.
Deine Ausschweifungen schlagen mich vollends zu Boden.—
O Himmel, muß es denn von allen Seiten stürmen?—Da liß
den Brief vom Professor Mr.

Major. Ich kann nicht mehr lesen; ich hab meine Augen fast blind geweint.

Geh. Rath. So will ich dir vorlesen, damit Du siehst, daß Du nicht der einzige Vater seyst, der sich zu beklagen hat: "Ihr Sohn ist vor einiger Zeit wegen Bürgschaft gefänglich eingezogen worden: er hat, wie er mir vorgestern mit Thränen gestanden, nach fünf vergeblich geschriebenen Briefen keine Hofnung mehr, von Eurer Excellenz Verzeihung zu erhalten. Ich redte ihm zu, sich zu beruhigen, bis ich gleichfalls in dieser Sache mich vermittelt hätte: er versprach es mir, ist aber ungeachtet dieses Versprechens noch in derselben Nacht heimlich aus dem Gefängniß entwischt. Die Schuldner haben ihm Steckbriefe nachsenden und seinen Namen in allen Zeitungen bekannt machen wollen; ich habe sie aber dran verhindert und für die Summe gutgesagt, weil ich viel zu sehr überzeugt bin, daß Eure Excellenz diesen Schimpf nicht werden auf Dero Familie kommen lassen. Uebrigens habe die Ehre, in Erwartung Dero Entschlusses mich mit vollkommenster" …

Major.
Schreib ihm zurück: sie sollen ihn hängen.

Geh. Rath.
Und die Familie—

Major.
Lächerlich! Es giebt keine Familie; wir haben keine
Familie. Narrenspossen! Die Russen sind meine Familie:
ich will Griechisch werden.

Geh. Rath.
Und noch keine Spur von Deiner Tochter?

Major.
Was sagst Du?

Geh. Rath.
Hast nicht die geringste Nachricht von Deiner Tochter?

Major.
Laß mich zufrieden.