Geh. Rath.
Ich bedaure Dich.

Dritte Scene.

Der Majorin Zimmer.
Frau Majorin. (auf einem Kanapee)
Läuffer. (in sehr demüthiger Stellung neben ihr sitzend)
Leopold. (steht)

Majorin. Ich habe mit Ihrem Herrn Vater gesprochen und von den dreihundert Dukaten stehenden Gehalts sind wir bis auf hundert und funfzig einig worden. Dafür verlang' ich aber auch Herr—Wie heissen Sie?—Herr Läuffer, daß Sie Sich in Kleidern sauber halten, und unserm Hause keine Schande machen. Ich weiß, daß Sie Geschmack haben; ich habe schon von Ihnen gehört, als Sie noch in Leipzig waren. Sie wissen, daß man heut zu Tage auf nichts in der Welt so sehr sieht, als ob ein Mensch sich zu führen wisse.

Läuffer. Ich hoff', Euer Gnaden werden mit mir zufrieden seyn. Wenigstens hab' ich in Leipzig keinen Ball ausgelassen, und wohl über die funfzehn Tanzmeister in meinem Leben gehabt.

Majorin. So? lassen Sie doch sehen. (Läuffer steht auf) Nicht furchtsam, Herr…Läuffer! nicht furchtsam! Mein Sohn ist buschscheu genug; wenn der einen blöden Hofmeister bekommt, so ists aus mit ihm. Versuchen Sie doch einmal, mir ein Kompliment aus der Menuet zu machen; zur Probe nur, damit ich doch sehe.—Nun, nun, das geht schon an! Mein Sohn braucht vor der Hand keinen Tanzmeister! Auch einen Pas, wenn's Ihnen beliebt.—Es wird schon gehen; das wird sich alles geben, wenn Sie einmal einer unsrer Assembleen werden beigewohnt haben. Sind Sie musikalisch?

Läuffer.
Ich spiele die Geige, und das Klavier zur Noth.

Majorin. Desto besser: wenn wir aufs Land gehn und Fräulein Milchzahn besuchen uns einmal; ich habe bisher ihnen immer was vorsingen müssen, wenn die guten Kinder Lust bekamen zu tanzen: aber besser ist besser.

Läuffer.
Euer Gnaden setzen mich ausser mich: wo wär ein Virtuos
auf der Welt, der auf seinem Instrument Euer Gnaden
Stimme zu erreichen hoffen dürfte.

Majorin.
Ha ha ha! Sie haben mich ja noch nicht gehört. … Warten
Sie; ist Ihnen die Menuet bekannt? (singt)