Pätus.
Herr, schimpf Er nicht, oder—
Rehaar. Sehen Sie nur an, Herr von Berg! sehn Sie einmal an— wenn ich nun Herz hätte, ich fodert' ihn augenblicklich vor die Klinge—Sehen Sie, da steht er und lacht mir noch in die Zähne obenein. Sind wir denn unter Türken und Heiden, daß ein Vater nicht mehr mit seiner Tochter sicher ist? Herr Pätus, Sie sollen mirs nicht umsonst gethan haben, ich sags Ihnen und sollts bis an den Kuhrfürsten selber kommen. Unter die Soldaten mit solchen lüderlichen Hunden! Dem Kalbsfell folgen, das ist gescheidter! Schlingel seyd ihr und keine Studenten!
Pätus. (giebt ihm eine Ohrfeige)
Schimpf Er nicht; ich habs Ihm fünfmal gesagt!.
Rehaar. (springt auf, das Schnupftuch vorm Gesicht) So? Wart—Wenn ich doch nur den rothen Fleck behalten könnte, bis ich vorn Magnifikus komme— Wenn ich ihn doch nur acht Tage behalten könnte, daß ich nach Dresden reise und ihn dem Kuhrfürsten zeige—Wart, es soll Dir zu Hause kommen, wart, wart—Ist das erlaubt? (weint) Einen Lautenisten zu schlagen? weil er Dir seine Tochter nicht geben will, daß Du Lautchen auf ihr spielen kannst?—Wart, ich wills seiner Kuhrfürstlichen Majestät sagen, daß Du mich ins Gesicht geschlagen hast. Die Hand soll Dir abgehauen werden—Schlingel! (läuft ab, Pätus will ihm nach; Fritz hält ihn zurück)
Fritz.
Pätus! Du hast schlecht gehandelt. Er war beleidigter
Vater, Du hättest ihn schonen sollen.
Pätus.
Was schimpfte der Schurke?
Fritz. Schimpfliche Handlungen verdienen Schimpf. Er konnte die Ehre seiner Tochter auf keine andere Weise rächen, aber es möchten sich Leute finden—
Pätus.
Was? Was für Leute?
Fritz. Du hast sie entehrt, Du hast ihren Vater entehrt. Ein schlechter Kerl, der sich an Weiber und Musikanten wagt, die noch weniger als Weiber sind.
Pätus.
Ein schlechter Kerl?