Läuffer. (küßt sie)
Göttliche Lise!

Wenzeslaus. (reißt sie von einander) Ey was denn! Was denn! Vor meinen Augen?—So kriecht denn zusammen; meinetwegen; weil doch Heyrathen besser ist als Brunst leiden—Aber mit uns, Herr Mandel, ist es aus: alle grosse Hofnungen, die ich mir von Ihm gemacht, alle grosse Erwartungen, die mir Sein Heldenmuth einflößte.—Gütiger Himmel! wie weit ist doch noch die Kluft, die zwischen einem Kirchenvater und zwischen einem Kapaun befestigt ist. Ich dacht', er sollte Origenes der zweyte—O homuncio, homuncio! Das müßt' ein ganz andrer Mann seyn, der aus Absicht und Grundsätzen den Weg einschlüge, um ein Pfeiler unsrer sinkenden Kirche zu werden. Ein ganz anderer Mann! Wer weiß, was noch einmal geschieht! (geht ab)

Läuffer. Komm zu Deinem Vater, Lise, Seine Einwilligung noch und ich bin der glücklichste Mensch auf dem Erdboden!

Eilfte Scene.

Zu Insterburg.

Geheimer Rath. Fritz von Berg. Pätus. Gustchen. Jungfer
Rehaar.
(Gustchen und Jungfer Rehaar verstecken sich bey der
Ankunft der erstern in die Kammer.)
(Geheimer Rath und Fritz laufen sich entgegen.)

Fritz. (fällt vor ihm auf die Knie)
Mein Vater!

Geh. Rath. (hebt ihn auf und umarmt ihn)
Mein Sohn!

Fritz.
Haben Sie mir vergeben?

Geh. Rath.
Mein Sohn!