Der alte Pätus. O meine Mutter hat mich durch ihren unvermutheten Besuch weit glücklicher gemacht, als Sie. Sie haben nur einen Enkel wiedererhalten, der Sie an traurige Geschichten erinnert; ich aber eine Mutter, die mich an die angenehmsten Scenen meines Lebens erinnert, und deren mütterliche Zärtlichkeit ich leider noch durch nichts habe erwiedern können, als Haß und Undankbarkeit. Ich habe sie aus dem Hause gestoßen, nachdem sie mir den ganzen Nachlaß meines Vaters und ihr Vermögen mit übergeben hatte; ich habe ärger gegen sie gehandelt als ein Tyger—Welche Gnade von Gott ist es, daß sie noch lebt, daß sie mir noch verzeihen kann, die großmüthige Heilige! daß es noch in meine Gewalt gestellt ist, meine verfluchte Verbrechen wieder gut zu machen.
Major. Bruder Berg! wo bist Du? He! (Geh. Rath kömmt) Hier ist mein Kind, mein Großsohn. Wo ist Gustchen? Mein allerliebstes Großsöhnchen! (schmeichelt ihm) meine allerliebste närrische Puppe!
Geh. Rath.
Das ist vortreflich!—und Sie, Herr Pätus?
Major.
Sie Herr Pätus hat's mir verschaft—Seine Mutter
war das alte blinde Weib, die Bettlerin, von der uns
Gustchen so viel erzählt hat.
Der alte Pätus. Und durch mich Bettlerin—O die Schaam bindt mir die Zunge. Aber ich wills der ganzen Welt erzehlen, was ich für ein Ungeheuer war—
Geh. Rath.
Weißt Du was neues, Major? Es finden sich Freyer für
Deine Tochter—aber dring nicht in mich, Dir den
Namen zu sagen.
Major.
Freyer für meine Tochter!—(wirft das Kind ins
Kanapee) Wo ist sie?
Geh. Rath.
Sacht! ihr Freyer ist bey ihr—Willst Du Deine
Einwilligung geben?
Major.
Ists ein Mensch von gutem Hause? Ist er von Adel?
Geh. Rath.
Ich zweifle.