Wesener (klopft sie auf die Backen). Du mußt mir das so übel nicht nehmen, du bist meine einzige Freude, Narr, darum trag ich auch Sorge für dich.
Marie. Wenn Er mich doch nur wollte für mich selber sorgen lassen.
Ich bin doch kein klein Kind mehr.
Vierte Szene
In Armentieres. Der Obriste Graf Spannheim am Tisch mit seinem
Feldprediger, einem jungen Grafen, seinem Vetter, und dessen
Hofmeister, Haudy, Untermajor, Mary und andern Officiers.
Der junge Graf. Ob wir nicht bald wieder eine gute Truppe werden herbekommen?
Haudy. Das wÄre zu wÜnschen, besonders für unsere junge Herren. Man sagt, Godeau hat herkommen wollen.
Hofmeister. Es ist doch in der Tat nicht zu leugnen, daß die Schaubühne eine fast unentbehrliche Sache für eine Garnison ist, c'est à dire eine Schaubühne, wo Geschmack herrscht, wie zum Exempel auf der franzÖsischen.
Eisenhardt. Ich sehe nicht ab, wo der Nutzen stecken sollte.
Obrister. Das sagen Sie wohl nur so, Herr Pastor, weil Sie die beiden weißen Läppgen unterm Kinn haben, ich weiß, im Herzen denken Sie anders.
Eisenhardt. Verzeihen Sie, Herr Obriste! ich bin nie Heuchler gewesen, und wenn das ein notwendiges Laster für unsern Stand wäre, so dächt' ich, wären doch die Feldprediger davon wohl ausgenommen, da sie mit vernünftge Leuten zu tun haben. Ich liebe das Theater selber, und gehe gern hinein, ein gutes Stück zu sehen, aber deswegen glaube ich noch nicht, daß es ein so heilsames Institut für das Corps Officiers sei.