Marie (die Augen fest auf ihre Arbeit geheftet). Ich würde sie auch zudem nicht haben tragen können, sie ist zu groß für meine Frisur.
Desportes. So will ich sie meiner Mutter schicken. (Wickelt sie sorgfältig ein.)
Wesener (indem er die andern einschachtelt, brummt etwas heimlich zu
Marien). Zitternadel du selber, sollst in deinem Leben keine auf den
Kopf bekommen, das ist kein Tragen für dich. (Sie schweigt still und
arbeitet fort.)
Desportes. So empfehle ich mich denn, Herr Wesener! Eh' ich wegreise, machen wir richtig.
Wesener. Das hat gute Wege, Herr Baron, das hat gute Wege, sein Sie so gütig, und tun uns einmal wieder die Ehre an.
Desportes. Wenn Sie mir's erlauben wollen—Adieu Jungfer Marie!
(Geht ab.)
Marie. Aber sag Er mir doch, Papa, wie ist Er denn auch?
Wesener. Na, hab ich dir schon wieder nicht recht gemacht. Was verstehst du doch von der Welt, dummes Keuchel.
Marie. Er hat doch gewiß ein gutes Gemüt, der Herr Baron.
Wesener. Weil er dir ein paar Schmeicheleien und so und so—Einer ist so gut wie der andere, lehr du mich die jungen Milizen nit kennen. Da laufen sie in alle Aubergen und in alle Kaffeehäuser, und erzählen sich, und eh' man sich's versieht, wips ist ein armes Mädel in der Leute Mäuler. Ja, und mit der und der Jungfer ist's auch nicht zum besten bestellt, und die und die kenne ich auch, und die hätt' ihn auch gern-Marie. Papa. (Fängt an zu weinen.) Er ist auch immer so grob.